Was es mit dem „Geisterhaus“ an der Opel Arena auf sich hat

Etwa einen Kilometer von der Opel Arena entfernt liegt mitten auf den Bretzenheimer Feldern ein altes verlassenes, heruntergekommenes Häuschen. Welche Geschichte hinter der Ruine steckt und was die Stadt Mainz nun damit plant.

Was es mit dem „Geisterhaus“ an der Opel Arena auf sich hat

Direkt an der Zugstrecke Mainz-Alzey liegt in unmittelbarer Nähe zur Mainzer Opel Arena ein komplett verwildertes Grundstück, das man als „Lost Place“ bezeichnen kann. Auf dem Gelände selbst befinden sich die Überreste eines ehemaligen Wohnhauses. Doch bewohnt wird das Gebäude schon länger nicht mehr. Für einen Merkurist-Leser ist das Areal gar ein „Ort des Schreckens“. So sind unter anderem Fensterscheiben eingeschlagen und die Hauswand mit Graffitis besprüht. Zudem liegen auf dem Gelände zerbrochene Glasflaschen und Abfall. Der Leser fragt sich nun, „was es mit dem Geisterhaus auf sich hat“.

Seit Jahrzehnten unbewohnt

Offensichtlich steht das Häuschen schon sehr lange Zeit leer. Doch warum kümmert sich scheinbar keiner um die Ruine und warum liegt sie so nah an den Bahngleisen? Einer, der mehr über das „Geisterhaus“ weiß, ist Stefan Arnold vom Stefanshof in Bretzenheim. Wie Arnold bereits vor zwei Jahren gegenüber Merkurist sagte, handle es sich bei dem Gebäude um ein altes Bahnwärter-Häuschen. Vor mehr als 50 Jahren hätten dort noch Leute gelebt. Allerdings solle es dort keinen Strom und fließendes Wasser gegeben haben.

Früher habe der Bahnwärter die Schranken per Hand bedient, um beispielsweise Pferdekutschen über die Gleise zu lassen, damit die Pferde nicht einen langen Umweg gehen mussten. „Nachdem der Bahnwärter nicht mehr gebraucht wurde, hat die Bahn das Haus aber nicht zurückgebaut“, so Arnold. Zuletzt habe ein Unternehmer noch die Absicht gehabt, die Ruine wieder herzurichten, daraus sei aber letztlich nichts geworden.

Stadt Mainz ordnete Abbruch an

Doch wie ging es dann weiter mit dem Haus? Leser Frank verweist auf ein Internetforum, in dem auch über die Ruine diskutiert wird. Darin heißt es, dass der neue Besitzer dort eine illegale Hundezucht betrieben und das Haus zudem ohne Genehmigung aufstocken haben lassen. Das wiederum soll sich die Stadt nicht bieten haben lassen und deshalb verfalle nun das Haus. Die Stadt Mainz kann die Angaben in dem Internetforum nicht komplett bestätigen, dafür aber den aktuellen Stand der Dinge erklären. „Nachdem das Objekt über viele Jahre nicht genutzt wurde und daher im Verfall begriffen war, ordnete das Bauamt als untere Bauaufsichtsbehörde im November 2018 den Abbruch des Objektes an und reagierte damit auf die nicht mehr gewährleistete Standsicherheit des Objektes“, so Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr.

Gegen den Abbruch sei aber seitens der Eigentümer Widerspruch erhoben worden. Parallel zu diesem Verfahren hätten kurze Zeit später Mitarbeiter des Bauamtes bei einer Baukontrolle festgestellt, dass am Gebäude Baumaßnahmen durchgeführt wurden. Da für diese zuvor jedoch keine Baugenehmigung beantragt worden sei und auch keine Nachweise über die Aufstellung eines Standsicherheitsnachweises vorgelegt werden konnten, habe das Bauamt die Arbeiten eingestellt und die Baustelle versiegelt, sagt Peterhanwahr.

Auch dagegen hätten die Eigentümer Widerspruch eingelegt. „Aufgrund des bereits eingetretenen Verfalls des Bestandsgebäudes ging auch dessen Substanz und somit der Bestandsschutz unter, so dass eine Baugenehmigung für die Errichtung eines neuen Wohngebäudes nach der Rechtsauffassung des Bauamtes nicht erteilt werden kann.“ Das Rechtsmittelverfahren zu diesem Vorgang sei aber noch nicht abgeschlossen, so Peterhanwahr abschließend.

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