Bad Kreuznacher Arzt schenkt Mädchen (11) neues Leben

Jahrelang war Fatoumata aus Gambia auf den Rollstuhl angewiesen. Eine schwere Deformation an ihrem Fuß machte es für sie unmöglich zu laufen. Ein Arzt in Bad Kreuznach konnte dem Mädchen nun helfen, auch wenn es zunächst gar nicht gut aussah.

Bad Kreuznacher Arzt schenkt Mädchen (11) neues Leben

Es ist eine Geschichte, die zu Tränen rührt: Aufgrund einer schweren Fehlbildung an ihrem Fuß war es der 11-jährigen Fatoumata aus Gambia kaum möglich, ohne fremde Hilfe ihren Alltag zu bewältigen. In der Diakonie Bad Kreuznach konnte dem Mädchen aus Afrika nun aber von Dr. André Borsche und seinem Team aus Ärzten und Pflegern geholfen werden - auch wenn es anfangs so aussah, als würde Fatoumatas Leben am „seidenen Faden“ hängen.

„Kind nur Haut und Knochen“

Wie Chefarzt Dr. Borsche gegenüber Merkurist erzählt, sei Fatoumata bei ihrer ersten Begegnung im Jahr 2019 so schwach gewesen, dass eine Operation damals gar nicht möglich war. „Meine Gedanken waren damals nur: Ach, du Schreck, das Kind ist ja nur noch Haut und Knochen.“ Und auch vom Ausmaß der Deformation am Fuß war der Arzt überrascht: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“* Schließlich sei Fatoumata von der Hilfseinrichtung „Friedensdorf“ in Oberhausen, die kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holt, wieder in ihre Heimat gebracht worden.

Doch nun erfolgte ein Wiedersehen mit Borsche. Als Chefarzt der Chirurgie in der Diakonie Bad Kreuznach ist er seit Jahrzehnten für die Organisation „Interplast“ tätig ist, die Menschen hilft, in deren Ländern solche Operationen nicht möglich sind. Wie Borsche sagt, sei Fatoumata nun kräftig genug gewesen für eine Operation, auch wenn er zuerst gezweifelt habe, ob er ihr helfen könne. „Als ich sie dann aber gesehen habe, war mir klar, dass ich es schaffen muss.“ Zunächst hätten sein Team und er noch an eine Amputation gedacht. Doch nach dem Einholen zahlreicher Informationen und Meinungen anderer Ärzte entschied sich das Team, den Fuß zu erhalten. Lediglich die Zehen mussten abgenommen werden. Nach der nunmehr fünften Operation, die im Juli stattfand, ist Borsche „dem lieben Gott dankbar“, dass alles geklappt hat.

Eingriff große „Team-Leistung“

Inzwischen hat Fatoumata erfolgreich ihre ersten Gehversuche absolviert. „Und auch psychisch hat sie bisher alles gut überstanden“, sagt Borsche. Ihre Eltern seien nämlich bei keinem Aufenthalt in Deutschland dabei gewesen. Anfangs habe man zudem mit dem Mädchen auch nicht sprechen können, da ihre Heimatsprache extrem selten sei. Schließlich habe man aber einen Koch in Oberhausen finden können, der die Sprache beherrschte und den man telefonisch zuschalten konnte. „Inzwischen hat Fatoumata viel gelernt und kann sich verständigen, sie ist ein sehr intelligentes Mädchen.“ In absehbarer Zeit soll es für die 11-Jährige dann wieder zurück in die Heimat gehen. Ihren Rollstuhl wird sie dann schon einmal gegen Krücken eintauschen können.

Wie Borsche sagt, könne man den Fuß in ein paar Jahren noch einmal behandeln. „Zur Not reise ich dann nach Gambia und mache das vor Ort.“ Nun sei er aber erst einmal unheimlich dankbar, dass alles so gut geklappt habe. „Es war keine Einzel-, sondern eine große Team-Leistung“, sagt Borsche. So hätten sich auch viele Kinderärzte und die Pfleger auf der Station rührend um das Mädchen bemüht. „Es ist wirklich ein Glück, dass wir so einen Erfolg erleben durften“, so Borsche.

*Wir verzichten an dieser Stelle darauf, ein Foto von der Fuß-Fehlbildung im Artikel zu zeigen. Ein Foto ist jedoch unter dem Artikel in der Kategorie „Medien“ zu sehen.

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