Die 5 größten Skandale in der Mainzer Fastnacht

Hitler-Kostüm, Junge-Ärger und Raab-Bashing: Wir stellen euch fünf Skandale aus der Mainzer Fastnacht vor.

Die 5 größten Skandale in der Mainzer Fastnacht

Mit der Mainzer Fastnacht verbinden wir bunte Verkleidungen, rauschende Feste und närrische Lebensfreude. Doch in der Geschichte der Fastnacht gab es auch immer wieder unschöne Episoden. Wir stellen euch einige Skandale der vergangenen Jahrzehnte vor.

AfD-Politiker will Bühne stürmen

Das gefiel dem rheinland-pfälzischen AfD-Vorsitzenden Uwe Junge überhaupt nicht: Gerade hatte „Obermessdiener“ Andreas Schmitt seinen Vortrag bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ 2017 gehalten und darin schwer gegen die AfD ausgeteilt. Da wollte Junge offenbar die Bühne stürmen und Schmitt die Meinung geigen. Das Sicherheitspersonal im Saal hielt Junge jedoch zurück.

Junge sagte später gegenüber der FAZ: „Das ist Quatsch.“ Ein Parteikollege und er hätten sich lediglich bei Schmitt „abmelden“ wollen. Schmitts Kommentar zu Junge: „Der hätte ruhig hochkommen können. Dem hätt’ ich noch drei bis vier Vierzeiler an den Kopp geschmisse und ihn dann am Kopp unn am Arsch genomme und ausm Fenster geworfen!“

Hitler-Verkleidung am Rosenmontag

Dieser Anblick ist heute undenkbar: Vor belustigten Narren läuft „Adolf Hitler“ im Jahr 1977 durch die Mainzer Altstadt. Der Mann ähnelt dem Original wirklich auf beängstigende Art und Weise. Ob dieser Auftritt Konsequenzen hatte, konnten wir nicht herausfinden. Nachmachen sollte man es jedenfalls nicht.

Inhaftierung im Hotel

Besonders deplatziert wirkt das Hitler-Kostüm, wenn man diese Geschichte kennt: Wie der Historiker Marcus Leifeld 2010 gegenüber der „Welt“ sagte, gab es in Mainz durchaus närrischen Widerstand gegen das NS-Regime. Er erwähnt dabei unter anderem Martin Mundo, der einen Vortrag über die Idiotie des Herings hielt – eine bissige Satire auf Hermann Göring.

Dieser Widerstand blieb nicht ungestraft: Der Gauleiter Hessen-Nassau habe Mundo und andere Fastnachter bedroht. 1935 seien Mundo und andere Narren in einem Hotel in Mainz inhaftiert worden, um 11:11 Uhr sei der Gauleiter Spengler erschienen und habe alle zum Aschermittwoch-Frühstück gebeten. „Im Nachhinein hat man das als harmlosen Ulk dargestellt, aber während Martin Mundo inhaftiert war, durchsuchte die Polizei seine Wohnung“, so der Historiker Leifeld. „Offensichtlich hat das seine Ehefrau so aufgeregt, dass sie einen Herzinfarkt erlitten hat. Also harmlos war das wirklich nicht.“

Geschmacklos-Kostüm sorgt für Ärger

Wieder ein ziemlich geschmackloses Kostüm: Beim Rosenmontagsumzug 2017 trug ein Mann ein Darth-Vader-ähnliches Kostüm und hielt dabei einen Stock mit aufgespießtem Puppenkopf in der Hand. Um seinen Hals hing ein Eisernes Kreuz. Zudem warf der Mann mit Rechts-Parolen und Beschimpfungen wie „Halt die Fresse“ um sich.

Verboten war das Kostüm aber nicht. Wie ein Polizeisprecher damals sagte, gebe es keine Regelung, die bestimmte Kostüme verbietet. Auch in dem konkreten Fall habe es keine Anzeige gegeben.

Stefan Raab macht sich über vermeintlichen Rassismus lustig

Dieser Auftritt von Horst Radelli bei „Mumbach, Mumbach, Täterä“ schaffte es 2015 unter anderem zu „TV Total“. Der damalige Moderator Stefan Raab läutete den Beitrag mit dem Kommentar ein: „Der nächste Büttenredner feiert Karneval nach dem Motto 'Ich lass mir den Rassismus nicht verbieten.'“ In seiner Rede forderte Radelli alias Willi Windhund das Recht ein, weiterhin „Negerkuss“ und „Mohrenkopf“ zu sagen. Außerdem lasse er sich sein „Dach in Meenz von einem Nescher mir decke“. Und wenn die Dachschräge nicht dicht sei, bekomme der „Neger“ seinen Rassismus zu spüren.

Das Mombacher Publikum hatte noch gejohlt, Raabs Zuschauer wussten hingegen nicht recht, ob sie lachen oder weinen sollten. Raab sagte: „Karneval muss nicht immer lustig sein.“ Schließlich ließ er das Ende der Rede noch einmal in schwarz-weiß und mit dem Sound eines Reichsparteitages abspielen. „So hat halt der Karneval seine Facetten.“ Was Raab nicht erwähnte: Mit dem „Nescher“, der sein Dach decken solle, meinte Radelli den Mainzer Dachdecker Thomas Neger, nicht einen schwarzen Menschen. Damit spielte er auf die damalige Kontroverse um das Logo das Dachdecker-Unternehmens an.

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