„Mr. Bean“ machte Urlaub in Mainz

„Mr. Bean“, „Blackadder“ und „Johnny English“ - Rowan Atkinson ist in Deutschland wohl der bekannteste britische Komiker. Zu Deutschland selbst hat er eine spezielle Beziehung – und auch zu Mainz.

„Mr. Bean“ machte Urlaub in Mainz

Er ist nach James Bond und der Queen wohl der größte englische Exportschlager: Star-Komiker Rowan Atkinson (66). Egal ob als Mr. Bean, Blackadder oder Johnny English, Atkinson ist immer „very british“. Was viele nicht wissen: Atkinson hat auch zu Deutschland eine spezielle Beziehung, wie er einst der „Bild“-Zeitung verriet.

„Mein Vater hat im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen gekämpft und war fünf Jahre als Kriegsgefangener in Deutschland“, so Atkinson. „Die Nazis verlegten ihn oft, er wurde quer durch das Reich geschickt. Etliche britische Soldaten kamen um, mein Vater hatte zum Glück überlebt.“ Dennoch: Weder sein Vater noch Atkinson selbst entwickelten dauerhaft ein schlechtes Verhältnis zu Deutschland.

Urlaub in Mainz

Mit 16 habe Atkinson Deutsch in der Schule gelernt, auch wenn er durch die Prüfung gefallen sei. Außerdem reiste die Familie immer wieder nach Deutschland. „Die einzigen Urlaubsreisen, die ich als Kind außerhalb von England unternahm, führten immer nach Deutschland“, so Atkinson. Der Schauspieler glaubt, dass sein Vater das Land nicht in schlimmer Erinnerung behalten wollte. „Er war mit dieser Meinung jedoch lange Zeit alleine, denn gerade damals war das Letzte, woran die Briten dachten, Urlaub ausgerechnet in Deutschland zu machen.“

„Wunderbares Fleckchen Erde“ - Rowan Atkinson

In dem Interview nennt er auch zwei Orte, die er mit der Familie besuchte: „Wir fuhren etwa nach Bonn und nach Mainz.“ Und dort scheint er zumindest keine schlechten Erfahrungen gemacht zu haben: „Ich merkte bald, dass euer Land ein wunderbares Fleckchen Erde ist.“

Seinen älteren Bruder Rodney Atkinson (72) zog es übrigens später wieder nach Mainz: Von 1971 bis 1977 war der Wirtschaftswissenschaftler und Germanist Lektor an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Und hier könnte sogar die Figur „Mr. Bean“ ihren Anfang genommen haben. In einem Interview mit dem „Telegraph“ sagte Rodney Atkinson, dass er es war, der seinen jüngeren Bruder auf das Potential der Figur hingewiesen hatte.

Figur „Mr. Bean“ in Mainz geboren?

In der Mainzer Universität habe er gesehen, dass britische Comedy ohne Ton für die Studenten eine „exzellente analytische Lernhilfe“ gewesen sei. „Die universelle Natur der stillen Comedy und ihre internationale Wirkung waren offensichtlich. Rowan hatte die Figur in den Grundzügen bereits erschaffen.“

Bis dahin habe es die Figur nur in Rowans One-Man-Show als Nerd gegeben, der auf einer Bank im Park sitzt und sein Lunch isst. Nach seinen Erfahrungen in Mainz versuchte Rodney dann seinen Bruder zu überreden, aus der Randfigur eine ganze Serie zu machen, die auch international erfolgreich sein könnte. „Ob er meinem Rat gefolgt ist oder von sich aus darauf gekommen ist, kann ich nicht sagen.“

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