Hochschule RheinMain stellt interaktive Tour durch das römische Mainz vor

Ein Klick – und schon steht man am römischen Stadttor am Kästrich. Händler Marcus Julius Primus erzählt von seinen Reisen in die Wetterau, von Getreide, Öl und Wein, von Soldaten, die zuverlässig zahlen – alles interaktiv.

Hochschule RheinMain stellt interaktive Tour durch das römische Mainz vor

Was nach einer Szene aus einem Historienfilm klingt, ist Teil des Projekts „Virtuelles Römisches Mainz“, das Studierende der Hochschule RheinMain gemeinsam mit dem Verein „Rettet das Römische Mainz e.V.“ entwickelt haben.

Fünf bedeutende römische Orte stehen im Mittelpunkt der digitalen Tour: das Stadttor am Kästrich, das Römisches Theater, der Drususstein, die Römersteine und die Jupitersäule. Zu jedem Ort gibt es 360-Grad-Aufnahmen, vertiefende Infotafeln sowie Interviews mit Fachleuten wie dem ehemaligen Landesarchäologen Dr. Gerd Rupprecht, Professor Christian Vahl oder dem langjährigen Denkmalpfleger Hartmut Fischer.

So funktioniert die Tour

Die Tour ist frei zugänglich und kann über Smartphone oder Computer gestartet werden. Die intuitive Benutzeroberfläche ermöglicht einen spielerischen Zugang – ganz ohne Vorwissen. Damit richtet sich das Projekt an ein breites Publikum.

Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Tourismusstrategie der Stadt. Die römische Geschichte stehe noch zu oft im Schatten anderer Wahrzeichen, sagte sie am Wochenende bei der Präsentation in der Mainzer Kunst Galerie. Digitale Formate wie dieses steigerten die Attraktivität der Stadt und zeigten, wie Kreativität, Wissenschaft und digitale Kompetenz zusammenwirken könnten.

Projektleiter Professor Christopher Dahm von der Hochschule Rhein Main denkt bereits weiter: Das in wenigen Wochen realisierte Projekt solle ausgebaut werden. Denkbar seien ein Wissensquiz für Schulklassen, die vollständige Integration weiterer Experteninterviews oder sogar eine eigenständige App. Fördermittel von Stadt und Land sollen beantragt werden.

Parallel zur digitalen Zeitreise sind in der Galerie Werke des Künstlers Thomas Brenner zu sehen, der mit seinem Zyklus Inszenierte Antike das antike Erbe künstlerisch interpretiert.

Eines ist für die Beteiligten klar: Das virtuelle Mogontiacum soll wachsen – und die römische Geschichte von Mainz künftig noch stärker ins Bewusstsein rücken.

Hier findet ihr die Tour.