Warum eine Wiesbadener Firma „Mainz“-Schokolade produziert

Ein Wiesbadener Unternehmen produziert „Mainz“-Schokolade - ist das erlaubt? Wir haben mit dem Inhaber des Familienunternehmens gesprochen. Das sagt er zur Mainz-Wiesbaden-Rivalität.

Warum eine Wiesbadener Firma „Mainz“-Schokolade produziert

Dürfen die das? Merkurist-User M.S. fiel vor einigen Tagen eine besondere Schokolade ins Auge: die Zartbitter-Edition „Mainz“ mit dem Fort Malakoff als Titelbild. Was ihm aber auch noch auffiel: Die Schokolade wird ausgerechnet in Wiesbaden hergestellt. „Wiesbadener Firma produziert ‘Mainz’-Schokolade! Warum ist sowas erlaubt?“, fragt er in seinem Snip. Vermutlich ist die Frage nicht ganz ernst gemeint, doch warum gibt es die Mainz-Schokolade aus Wiesbaden überhaupt?

Dahinter steckt das Unternehmen Fritz Kunder GmbH, das seinen Sitz in der Wilhelmstraße in Wiesbaden hat. Seit 1898 produziert das Unternehmen Süßigkeiten - mittlerweile in vierter Familiengeneration. Das Mainz-Wiesbaden-Thema ist dort nichts Neues. „Auf unsere Schokoladentafeln und Pralinenmischungen, speziell die aus Mainz, werden wir ab und zu angesprochen“, sagt Jürgen Brand, geschäftsführender Inhaber der Pralinen- und Schokoladenmanufaktur. „Meist mit mehr oder weniger Augenzwinkern vor dem Hintergrund der angeblich etwas speziellen Beziehung zwischen den beiden wunderbaren Landeshauptstädten.“

„Ich mag Mainz sehr“

Für Brand selbst ist die Rivalität der Städte kein Thema. „Ich persönlich mag Mainz sehr und fühle mich im gesamten Rhein-Main-Gebiet zu Hause.“ Und warum die Mainz-Schokolade? „Wir bieten ausgewählten Fachgeschäften und besonderen Süßwarenabteilungen an, exklusiv für sie eine Packung zu gestalten, die dann mit Pralinen ihrer Wahl gefüllt wird.“ Dafür würden freiberufliche Zeichnerinnen beschäftigt, die die Sehenswürdigkeiten der Stadt für eine Packung umsetzen.

„Und da es in Mainz - übrigens auch in der Innenstadt - so tolle sympathische süße Geschäfte gibt, gehören die Packungen für Mainz zu den ersten, die vor bestimmt über 15 Jahren entstanden sind“, so Brand. Da das Unternehmen nicht so groß sei, verlange man auch keine riesigen Stückzahlen, damit die Pralinen frisch bleiben.

Eigene Erfindung in Wiesbaden

Die „Mainz“-Schokolade sei wie andere Städte-Tafeln als „süßer Gruß“ zu verstehen, ähnlich wie eine Postkarte. „Immerhin ist die Packung speziell für die Stadt gezeichnet und zusammengestellt. Und ich bin mir sicher, dass wir uns als Pralinen- und Schokoladenmanufaktur weder auf einer Packung für Mainz, noch für Darmstadt oder Frankfurt verstecken müssen.“

Für die Stadt Wiesbaden gibt es nicht nur eine Tafel, sondern auch eine eigene Erfindung der Urgroßeltern Brands: das Wiesbadener Ananastörtchen. Brand sagt: „Das gibt es original nur in Wiesbaden - diese eine Spezialität wollen wir dann doch für unser eigenes Geschäft reservieren.“ (pk)

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