Verkehrschaos in Mainz führt zu gefährlichen Situationen für Kinder

Seitdem sich in den vergangenen Wochen vor allem in der Mainzer Innenstadt der Verkehr stark staut, ist es mehrfach zu brenzligen Situationen für Kinder gekommen – so berichten es Eltern.

Verkehrschaos in Mainz führt zu gefährlichen Situationen für Kinder

Sperrungen, Umleitungen und Baustellen rund um Mainz sorgen seit Wochen vor allem im morgendlichen Berufsverkehr für Verkehrschaos in der Innenstadt. Die Autos bewegen sich meist nur noch im Schneckentempo die Rheinachse entlang. Dabei kommt es immer wieder dazu, dass sie auch auf Fußgängerüberwegen zum Stehen kommen.

Gefährlich kann es dann vor allem für Kinder werden, die sich zwischen den Autos hindurchschlängeln müssen. So berichtet es ein Vater gegenüber Merkurist. Er begleitet jeden Morgen eine Gruppe von Kindern vom Lauterenviertel in der Altstadt Richtung Eisgrubschule. „Unglücklicherweise stehen dann Fahrzeuge in der Rheinstraße auf dem Fußgängerüberweg“, so Christian Voigt. Die Autofahrer hätten zwar die Ampel ursprünglich bei Grün passiert, seien aber dann auf dem Überweg auf das Stauende aufgefahren. Auch Stadtbusse stünden demnach regelmäßig dort, wo die Fußgänger die viel befahrene Straße überqueren wollen.

Kinder werden von Autofahrern übersehen

Sobald die Fußgängerampel auf Grün schaltet, wird es gefährlich für die Grundschulkinder, die dann versuchen zwischen den Autos hindurchzukommen. Immer wieder würden sie von Autofahrern übersehen. „Es kommt sogar vor, dass Fahrer ihre Position korrigieren wollen, und dann rückwärts fahren, dabei aber andere Kinder, die hinter dem Auto vorbeilaufen, übersehen“, so Voigt weiter.

Er habe sich bereits an verschiedene Stellen, darunter an die Stadtverwaltung und die Mainzer Mobilität gewendet. Eine Rückmeldung habe er bislang nicht bekommen. Lediglich die Polizei habe sich „den Sachverhalt vor Ort angeguckt“.

Grünphasen für Autofahrer schwierig abzuschätzen?

Die Mainzer Polizei bestätigt die Kontrollen auf Anfrage von Merkurist hin. Auf „Grundlage eines Hinweises“ sei am 12. Mai die Verkehrssituation geprüft worden, teilt Luisa Roth von der Polizeipressestelle mit. Mit einigem Abstand, um nicht erkannt zu werden, beobachteten einige Polizisten demnach die Autos am Fußgängerüberweg auf Höhe des Fischtorplatzes in Richtung der Theodor-Heuss-Brücke. Es sei zwar ein „hohes Verkehrs- und auch Personenaufkommen“ festgestellt worden, jedoch mit nur wenigen Kindern und Jugendlichen. Gefährliche Situationen habe es keine gegeben, so Roth weiter.

Sie bestätigt aber auch die Beobachtungen des Vaters: „Die Passanten mussten trotz grün anzeigender Fußgängerampel durch die im Bereich des Fußgängerüberwegs stehenden Fahrzeuge laufen.“ Für Autofahrer sei es wegen des stockenden Verkehrs schwierig einzuschätzen, ob der Fußgängerüberweg innerhalb der Grünphase überquert werden könne, gibt Roth die Beobachtungen der Einsatzkräfte wider. Das sei nicht nur an Fußgängerüberwegen, sondern auch an vielen Kreuzungen und Einmündungen der Fall, vor allem zu den „Verkehrsspitzenzeiten“.

Regelmäßige Schulwegüberwachungen

Ob die Polizei nun konkrete Maßnahmen ergreifen werde, teilt sie nicht mit. Nur so viel: Es würden „regelmäßige Schulwegüberwachungen sowie allgemeine Verkehrsüberwachungen“ stattfinden. Autofahrer oder Passanten, die sich „verbotswidrig verhalten“, würden zudem darauf hingewiesen und entsprechend sanktioniert.

Für den Vater Christian Voigt ändert das jedoch nichts an dem Problem, das die Grundschulkinder jeden Morgen haben: „Die Situation ist nach wie vor unverändert, hier besteht tatsächlich eine nicht unerhebliche Gefährdung.“