Heilige Makrele: So könnte das Mainzer Hafenbad im Winter aussehen

Neues Jahr, neue Ideen: Alexander Kiefer arbeitet weiter hart an seinem Traum vom klimaneutralen Naturschwimmbad im Mainzer Zollhafen. Nun hat er Pläne veröffentlicht, wie das Hafenbad im Winter genutzt werden könnte.

Heilige Makrele: So könnte das Mainzer Hafenbad im Winter aussehen

Ein Naturschwimmbad im Mainzer Zollhafen, das ist die Idee von Alexander Kiefer. Schon mehrfach hat Merkurist über die Vision des Ingenieurs berichtet, den Mainzern nach vielen Jahren endlich wieder das Schwimmen im Rhein zu ermöglichen. Und auch wenn es immer noch ein weiter Weg bis zur Eröffnung des Hafenbades ist, arbeitet Kiefer weiter an Ideen, um aus dem Traum Realität zu machen.

Schon jetzt hat Kiefer einiges erreicht, die Parteien im Ortsbeirat der Mainzer Neustadt durch Informationsveranstaltungen von seinem Projekt überzeugt, Gespräche mit Anwohnern und Anliegern geführt. Denn Kiefer weiß, dass er auf viele Fragen Antworten braucht, wenn sein Projekt einmal realisiert werden soll. So würde das Bad seiner Idee nach kaum laufende Kosten verursachen, da sich das Rheinwasser durch biochemische Prozesse selbst reinigen würde. Das habe auch eine Machbarkeitsstudie gezeigt, die Kiefer in Auftag gegeben hatte und der Lokalpolitik präsentieren konnte.

Ebenfalls anders als bei anderen Freibädern: Die Heilige Makrele soll ihre Energie durch Solarmodule auf den Sonnenschutzdächern über der Schwimmbadfläche selbst erzeugen. Gespräche mit der DLRG laufen ebenfalls, denn die könnte einerseits für die Sicherheit der Badegäste sorgen und gleichzeitig eine dringend benötigte neue Station für ihre Boote und Geräte auf den schwimmenden Schwimmbadflächen erhalten. Dazu kommt, dass das Bad klimaneutral werden soll, wenn Kiefers Pläne aufgehen.

Stadtrat könnte Weichen stellen

2023 könnte Kiefers Traum wieder ein Stück realistischer werden, doch dafür müsste die Mainzer Stadtpolitik mitspielen. „Im letzten Jahr habe ich die Mainzer Stadtratsfraktionen abgeklappert und das Projekt präsentiert“, sagt Kiefer im Gespräch mit Merkurist. Im Frühling hofft er darauf, dass der Stadtrat ein Interesse am Naturschwimmbad bekundet, denn dann könnte der Ingenieur an verschiedene Fördergelder gelangen, die dringend benötigt würden. „Meine Unterstützer und ich arbeiten ehrenamtlich an dem Projekt, also neben unserer regulären Arbeit“, so Kiefer. Das koste zwar Kraft und Geld, sei aber in Ordnung, weil es sich bei der Heiligen Makrele um ein Herzensprojekt handele.

Inzwischen hat Kiefer auch schon Gespräche mit einigen OB-Kandidaten geführt, weitere mit den übrigen Kandidaten sollen folgen. „Das Projekt hat eine gewisse Strahlkraft, das stelle ich im OB-Wahlkampf fest“, sagt Kiefer. Die Kandidaten, mit denen er mehrere Stunden gesprochen habe, seien alles andere als abgeneigt.

Was wird aus dem Freibad im Winter?

Doch was passiert mit dem Bad in den kälteren Monaten? Auch dafür hat Kiefer inzwischen ein Konzept erarbeitet. So sollen mobile Saunen in Fässern auf dem Schwimmbadgelände installiert werden. Dazu würden warme Pools errichtet. Wer nach der heißen Sauna eine Abkühlung sucht, könnte trotzdem ins kühle Rheinwasser springen.

Dazu gibt es die Idee für eine Winterbar samt Glühweinausschank und einen „Sonnentempel“, in dem extrem helle Tageslichtlampen für ein bisschen mehr Sommer-Gefühl in der kalten und dunklen Jahreszeit sorgen könnten. „In Skandinavien gibt es das schon seit einigen Jahren, denn dort leiden manche Menschen unter dem stark reduzierten Tageslicht in den Wintermonaten“, so Kiefer. Durchgerechnet hat Kiefer seine Ideen bereits, geht seine Rechnung auf, würde sich das Winterkonzept auch in finanzieller Hinsicht lohnen.

„Die Heilige Makrele soll auch Menschen einen sicheren Zugang zu ihrem Rhein ermöglichen, die sich wede Jetski noch Yacht leisten können“ - Alexander Kiefer

Wie Kiefer immer wieder betont, solle das Naturschwimmbad faire Eintrittspreise verlangen, also eben kein Freibad für Besserverdiener werden. Dazu kämen Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Sozialhilfeempfänger. „Die Heilige Makrele soll auch Menschen einen sicheren Zugang zu ihrem Rhein ermöglichen, die sich weder Jetski noch Yacht leisten können“, sagt Kiefer.

Bleibt noch die Frage, wann die Heilige Makrele eröffnen könnte. „Das hängt von einigen Faktoren ab, wenn im Zollhafen alles reibungslos weitergeht, könnten wir vielleicht 2025 mit einem Testlauf starten.“ Dann würde 2026 der reguläre Badbetrieb starten können. Das hänge aber auch davon ab, wann alle Bauprojekte vor Ort fertiggestellt sind.

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