Corona: Keine Quarantäne mehr für Infizierte ohne Symptome?

So soll es in Rheinland-Pfalz nach dem Wegfall der Regeln weitergehen

Corona: Keine Quarantäne mehr für Infizierte ohne Symptome?

In Rheinland-Pfalz wird es ab dem 2. April keine Hotspotregelung geben. Das hat der rheinland-pfälzische Ministerrat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Erste Erkenntnisse gibt es nun darüber, wie es im Land nach dem Ende der Corona-Regeln am Arbeitsplatz, in Schulen oder in Kitas weitergeht. Auch nach dem Wegfall der meisten Corona-Regeln bleiben aber noch die Basis-Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in Krankenhäusern, in Arztpraxen, in Pflegeeinrichtungen oder im ÖPNV bestehen.

Damit die Landesparlamente die nun geltenden Regelungen abändern könnten, müsste eine konkrete Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems drohen. „Das ist im Hinblick auf die Krankheitslast bei uns bisher nicht der Fall; aber die Lage ist in unseren Krankenhäusern vor allem im Hinblick auf den Ausfall von Mitarbeitenden ernster als sie jemals war“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). Er kritisierte, dass das Bundesgesetz den Ländern nun jede Möglichkeit flexibler Schutzmaßnahmen nehmen würde.

„Das Infektionsgeschehen bleibt weiterhin dynamisch. Die Fallzahlen bewegen sich nach wie vor auf höchstem Niveau. Eine echte krankheitsbedingte Notlage ist trotzdem bisher nicht eingetreten. Zwar werden aktuell viele Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern behandelt. Viele von ihnen sind jedoch nicht wegen Corona, sondern mit Corona auf den Stationen. Die Krankheitslast ist dabei immer noch bei den Ungeimpften signifikant höher als bei Geimpften“, so Hoch weiter.

Keine Quarantäne mehr für Infizierte ohne Symptome?

Hinzu komme ein hoher Krankenstand beim behandelnden Personal. „Das bleibt eine dramatische Belastung in den Einrichtungen, ist aber auch darauf zurückzuführen, dass vor allem bisher die Pflichtzeiten zur Absonderung einzuhalten sind“, so Hoch weiter. Der Bund habe in der Gesundheitsministerkonferenz am Montag angekündigt, die Quarantäneregeln anzupassen und eine Entlastung zu schaffen. Rheinland-Pfalz habe dazu die Erwartung geäußert, dass bundeseinheitliche Aussagen getroffen würden, damit Menschen mit einer asymptomatischen Infektion sich nicht mehr in die Absonderung begeben müssten.

„Unser Ziel ist es, dass wir einen Umgang mit dem Virus finden, der sich in die Richtung entwickelt, dass Menschen mit Symptomen möglichst Begegnungen vermeiden und jene, die symptomfrei sind wieder an die Arbeitsstätte zurückkehren können“, sagte Hoch. Dazu werde man in Rheinland-Pfalz eine sogenannte Arbeitsquarantäne ermöglichen. Dabei könnten Arbeitnehmer und Arbeitgeber verabreden, dass Infizierte trotzdem zur Arbeit erscheinen. Dabei sollen strenge Maßnahmen wie eine FFP2-Maskenpflicht gelten. Kontakte sollen zudem auf ein Mindestmaß reduziert werden. Ein Pluspunkt sei, dass somit auch die Versorgung von infizierten Patienten leichter durch infiziertes, aber nicht erkranktes Personal sichergestellt werden könnte. Eine bisher erforderliche Genehmigung durch die Gesundheitsämter wird zudem entfallen.

So geht es in Schulen und Kitas weiter

Für die Schulen kündigte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (SPD) folgende Regelungen an: „Ab dem 4. April wird es zwei Mal pro Woche ein anlassloses Testangebot für die Schülerinnen und Schüler sowie das schulische Personal geben. Auch nach den Osterferien wird diese Regelung noch eine Woche weitergeführt. Wie es danach weitergeht, werden wir mit Blick auf die Gesamtsituation entscheiden und frühzeitig informieren.“ Es bleibe weiterhin dabei, dass sich eine Lerngruppe nach dem Auftreten eines Infektionsfalls für fünf aufeinanderfolgende Schultage selbst testen müsse.

Auch im Bereich der Kitas soll die anlassbezogene Testpflicht fortgesetzt werden. „Das bedeutet, dass nach einem Infektionsfall für alle Kontaktpersonen eine Isolationspflicht besteht. Die betroffenen Kinder und die Beschäftigten können erst dann wieder in die Kita zurückkehren, wenn sie sich mit einem Antigen-Schnelltest einer zertifizierten Teststelle (sog. PoC-Antigentest) freigetestet oder sich zehn Tage abgesondert haben“, erklärte Hubig weiter.

Mit dem Ende der bisherigen Maßnahmen gilt ab der kommenden Woche die Maskenpflicht nur noch dort, wo vulnerable Gruppen besonders geschützt werden müssen. Die Maskenpflicht im Einzelhandel entfällt. „Jedem steht es nicht nur frei, dennoch überall dort Maske zu tragen, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen, sondern in der aktuellen Lage ist es sogar dringend geboten, wo sich Menschen spontan begegnen oder sich nicht kennen. Sich selbst und andere zu schützen bleibt sehr wichtig und liegt jetzt noch mehr in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Die Maske bleibt ein gutes Mittel, die Verbreitung von Viruserkrankungen einzudämmen.“, appellierte der Gesundheitsminister.

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