Seltene Tiere kommen zurück: Was aktuelle Maßnahmen am Rhein bringen

Stark gefährdete Vögel wie der Kiebitz werden wieder am Rhein gesichtet, auch andere Tiere profitieren von den Renaturierungs-Maßnahmen entlang der Ufer. Warum das so ist und was in den letzten Jahren gemacht wurde, erklärt der NABU.

Seltene Tiere kommen zurück: Was aktuelle Maßnahmen am Rhein bringen

Der Rhein soll wieder lebendig werden. Durch verschiedene Maßnahmen wird nun seit einigen Jahren versucht, neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und mehr Schutz vor Hochwasser zu schaffen. Erst kürzlich gab das Klimaschutzministerium bekannt, weitere 430.000 Euro in die Renaturierung der Selz, einem Nebenfluss des Rheins, zu investieren. Insgesamt habe das Land in den vergangenen 25 Jahren rund 380 Millionen Euro in die Wiederherstellung naturnaher Gewässer investiert, gab Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) bekannt (wir berichteten).

Bereits seit 1982 setzt man sich in Bingen für den Schutz der Rheinauen zwischen Mainz und Bingen ein. Von hier aus arbeitet ein Team von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern in vielfältiger Weise, über die Biotoppflege über Vermehrungsstationen für seltene Pflanzen bis hin zu Projekten etwa im Schutzgebiet „Fulder Aue – Ilmen Aue“. Dazu gehört auch die gezielte Durchflutung von Poldern – wie in Ingelheim – entsprechend des natürlichen Überflutungsrhythmus des Rheins oder eben die Renaturierungsprojekte im Selztal.

Kleingewässer und Vernässung von Flächen

„Bei Vernässung in den Rheinauen oder im Selztal geht es meist darum, Gewässer neu anzulegen und Wasser, das sich im Hochwasserfall über die Fläche ergießt, länger zu halten“, erklärt Robert Egeling vom NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen. So habe der NABU im Bereich Bingen in den vergangenen 20 Jahren über 30 Kleingewässer angelegt.

Die Maßnahmen zeigen Erfolg: Inzwischen haben sich zahlreiche Tierarten angesiedelt, darunter auch seltene Arten wie der Kiebitz oder der Flussregenpfeifer. „Sie profitieren von den Vernässungsmaßnahmen“, so Egeling. So meldete auch die Kreisverwaltung Mainz-Bingen die Ansiedlung des als stark gefährdeten Kiebitz auf den Weiden und Feldern zwischen Bingen und Ingelheim.

Ebenso haben sich Amphibien, wie Laubfrosch oder Knoblauchkröte, in kleineren Gewässer angesiedelt. „Feuchtgebiete gehören zu den bedrohtesten Lebensräumen“, so Egeling. „Durch unsere Maßnahmen haben wir gezeigt, dass viel mehr Natur am Rhein entstehen kann.“

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