Warum ein Teil der historischen Mainzer Hafenbahn stillgelegt wurde

Ein Teil der historischen Mainzer Hafenbahn entlang der Rheinallee wurde stillgelegt. Eine Sanierung wäre wohl zu teuer gewesen.

Warum ein Teil der historischen Mainzer Hafenbahn stillgelegt wurde

Seit fast 140 Jahren gibt es die Hafenbahn entlang der Rheinallee bereits, inzwischen wurde ein großer Teil stillgelegt. Das bestätigt Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Netze GmbH, gegenüber Merkurist. Aufgefallen waren die abgebauten Gleise einem Merkurist-Leser.

Betroffen ist demnach der rund drei Kilometer lange Streckenabschnitt, der als Rangierbezirk entlang der Rheinallee bis fast zum Mombacher Kreisel führte.

Sanierung im Millionenbereich wäre nötig gewesen

Der Grund für die Stilllegung ist laut Theurer der schlechte Zustand der Gleisanlagen. „Aufgrund des Alters- und Abnutzungszustands des Rangierbezirks Rheinallee wäre eine komplette Gleissanierung im hohen einstelligen Millionenbereich erforderlich.“ Demnach konnten die Erlöse aus dem Betrieb des Rangierbezirks Rheinallee die Investitions- und Unterhaltskosten nicht dauerhaft decken.

Deshalb leiteten die Mainzer Netze als Betreiber der Hafenbahn ein Stilllegungsverfahren ein. Die zuständige Behörde stimmte dem Antrag bereits im April 2026 zu, woraufhin der Abschnitt stillgelegt wurde. Bei den Leitungsbauarbeiten in der Oberen Austraße wurden die Gleise bereits entfernt und aufgrund der Stilllegung nicht wieder eingebaut.

Nutzung zuletzt stark zurückgegangen

Die Nutzung des nun stillgelegten Abschnitts sei in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Zuletzt nutzte nur noch eine einzige Firma die Strecke mit wenigen Waggons pro Woche. Alle anderen Anlieger hatten ihre Gleisanschlüsse im Rangierbezirk Rheinallee über die Jahre gekündigt.

Die Hauptstrecke zum Containerhafen auf der Ingelheimer Aue bleibe aber weiter in Betrieb, so Theurer weiter. Denn diese werde intensiv genutzt. Diese rund drei Kilometer lange Strecke führt vom Hauptbahnhof kommend über die Hattenbergstraße, überquert die Rheinallee und geht weiter über die Obere Austraße zum Containerterminal am Rhein. Dieser Abschnitt gilt als „zukunftsfähig“ und soll dauerhaft weiterbetrieben werden.