Wie beeinflusst Tempo 30 den Nahverkehr?

Seit Anfang Juli dürfen Autofahrer nur noch mit Tempo 30 auf der Rheinachse und in Teilen der Innenstadt unterwegs sein. Doch gilt dieses neue Limit auch für Busse?

Wie beeinflusst Tempo 30 den Nahverkehr?

Seit etwa eineinhalb Monaten gilt auf der Rheinachse sowie in Teilen der Mainzer Innenstadt Tempo 30. Und auch die Busse der Mainzer Mobilität, die in diesem Gebiet unterwegs sind, sind davon nicht ausgenommen. Doch wie wirkt sich das neue Tempolimit auf die Fahrzeiten im Nahverkehr aus?

Der Sprecher der Mainzer Mobilität, Michael Theurer, sagt gegenüber Merkurist: „Die Auswirkungen der Tempo-30-Zone halten sich für die Fahrgäste sehr in Grenzen und betragen etwa eine Minute verlängerte Fahrzeit pro Linie - je nach Strecke, die ein Bus in der Kaiserstraße oder auf der längeren Rheinachse zurücklegt.“ Es sei eher ein Thema, dass auch diese längere Fahrzeit bei Dutzenden von Fahrten einer Linie am Tag sich letztlich aufsummiere und das dann insgesamt Mehrkosten für die Mainzer Mobilität verursache.

Können Bußgelder verhängt werden?

Merkurist-Leserin Maria ist zudem aufgefallen, dass die Busse deutlich schneller unterwegs zu sein scheinen und diese sie sogar teilweise zügig überholen. Vermehrt fanden zudem in den vergangenen Wochen Geschwindigkeitskontrollen auf der Rheinachse statt, um die Einhaltung des neuen Tempolimits zu überprüfen. Maria fragt sich, ob Busse auch geblitzt werden und Bußgelder verhängt werden können.

Laut Bußgeldkatalog ja. Denn auch Busse unterliegen der Straßenverkehrsordnung. Somit können sie auch geblitzt und Verstöße geahndet werden. Wer zum Beispiel innerorts mit Fahrgästen und mit 10 km/h zu viel auf dem Tacho erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von 35 Euro. Bei bis zu 15 km/h sind es 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Zuständig für die Verkehrsüberwachung und damit die Geschwindigkeitskontrollen ist die Stadt Mainz. Wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr berichtet, wurden 2020 bislang 65 Busse geblitzt, darunter aber auch Reise- und Touristenbusse. Auch Fahrzeuge der ORN oder von Flixbus können darunter sein. Seit Einführung der Tempo-30-Zone seien aber nicht mehr Verstöße als sonst festgestellt worden. „Trotz verstärkter Überwachung wurde nur drei Busse auffällig und mithin ‘fotografisch festgehalten’“.

Der Mainzer Polizei liegen bislang keine Beschwerden über zu schnelle Linienbusse vor. Auch Unfälle habe es wegen des neuen Tempolimits noch keine gegeben, sagt ein Sprecher gegenüber Merkurist. (pk)

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