Polizei Mainz ermittelt gegen Pyro-Chaoten

Einige Fans von Eintracht Frankfurt benahmen sich am Montagabend in der Mainzer Opel Arena ordentlich daneben. Inzwischen ermittelt die Mainzer Polizei.

Polizei Mainz ermittelt gegen Pyro-Chaoten

Auch einen Tag nach dem Rhein-Main-Derby zwischen dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt sorgt der Pyro-Eklat der Eintracht-Fans für Gesprächsstoff. Kurz vor Anpfiff hatte eine Gruppe Frankfurter Anhänger Böller und andere Pyrotechnik auf das Spielfeld der Opel Arena geworfen. Offenbar ein Protest gegen die Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga. Schiedsrichter Manuel Gräfe konnte das Spiel erst mit zehn Minuten Verzögerung anpfeifen (wir berichteten).

Als Eintracht-Kapitän Sebastian Rode und Mitspieler Filip Kostic versuchten, mit Worten und Gesten auf die eigenen Fans einzuwirken, wurden auch sie von einigen Frankfurter Anhängern beleidigt. Rode sagte gegenüber Schiedsrichter Manuel Gräfe: „Die haben selbst zu mir gesagt, ‘Verpiss dich’“ (hier im Video ab Sekunde 38 zu hören).

Rode rudert zurück

Am Tag nach der Niederlage in Mainz äußerte sich Rode auf seinem Instagram-Account dazu: „Vorab sei zu erwähnen, dass ich Pyrotechnik nicht gut heiße. Diese Fans haben dem Verein damit leider einen Bärendienst erwiesen.“ Ein „Verpiss dich“ von ein oder zwei Leuten auf einem Fußballplatz nehme er aber nicht als Beleidigung einer ganzen Fangruppe wahr, so Rode. Gegenüber der Presse fand Rode eher kritische Worte: „Ich glaube, es tut allen gut, hier mal den Ball flach zu halten. Vor allem sollten Pressevertreter nicht immer aus einer Mücke einen Elefanten machen.“ Rodes Meinung nach sei das kürzlich der Fall gewesen, als Eintracht-Kapitän David Abraham Freiburgs Trainer Christian Streich mit einem Bodycheck zu Boden gebracht hatte. Das Thema wurde tagelang ausführlich medial diskutiert.

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann äußerte sich im „Kicker“ kritisch zur Aktion der Frankfurter Fans: „Wir haben außerhalb des Platzes kein gutes Bild abgeben.“ Die Aktion sei insgesamt „einfach nur destruktiv“. Frankfurts Trainer Adi Hütter vermied es, nach dem Spiel auf der Pressekonferenz einen Kommentar zum Thema abzugeben.

Polizei zieht Bilanz

Wie ein Sprecher der Polizei Mainz erklärt, habe man im Fall der Böller und Bengalos ein Verfahren wegen mehreren Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die Ermittlungen könnten allerdings noch eine Weile dauern. Zusätzlich erwartet Eintracht Frankfurt eine deftige Geldstrafe vom Deutschen Fußball-Bund. Insgesamt sei das Derby jedoch relativ friedlich abgelaufen: Zwei Körperverletzungen notierten die Beamten, einem Frankfurter Anhänger wurden Mütze und Fanschal gestohlen, dazu wurden zwei Joints sichergestellt. (df)

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