Umzug nach 170 Jahren: Mainzer Museum zieht mit 220.000 Objekten in die Altstadt

Seit fünf Jahren ist das RGZM im Schloss bereits geschlossen. Nun soll bald großer Umzug des Museums in eine eigene, 14.5000 Quadratmeter große Einrichtung sein – nach 170 Jahren.

Umzug nach 170 Jahren: Mainzer Museum zieht mit 220.000 Objekten in die Altstadt

Es gehört zu den wichtigsten Sammlungen des Landes, beherbergt 220.000 Funde aus der ganzen Welt – und ist seit fünf Jahren geschlossen: Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) hat eigentlich seine Heimat im Mainzer Schloss. Doch nun wird es umziehen, in eine eigene, 14.500 Quadratmeter großen Einrichtung, und das nach 170 Jahren.

Eigentlich, so war ursprünglich der Plan, sollte das RGZM das Kurfürstliche Schloss bereits 2020 verlassen und in den Neubau umziehen. Doch nun teilt das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit mit, dass es endlich in wenigen Wochen losgehen soll. „Die Übergabe des Gebäudes ist für Ende September vorgesehen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Montag (11. Juli).

„Archäologische Spitzenforschung mit großzügigen Ausstellungsbereichen“

„Die ersten Kartons packen wir in Kürze“, bestätigt Annette Boegl, Leiterin der Kommunikation des RGZM, dem Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie. Der Umzug startet dann Anfang Oktober. Der Neubau befindet sich in der südlichen Altstadt, ganz in der Nähe zum Fort Malakoff in der Neutorstraße und entlang der Rheinstraße.

Nicht nur die Sammlung wird verlegt, sondern auch Archive, die Büros des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie, der Verwaltungstrakt, die Bibliothek und die Restaurierungswerkstätten sowie die Laboratorien. Rund 51,4 Millionen Euro investieren das Land, die Stadt Mainz und der Bund in das Haus, das „archäologische Spitzenforschung mit großzügigen Ausstellungsbereichen“ beherbergen werde. In der Stadtratssitzung am 9. Februar 2022 wurde zudem einstimmig beschlossen, dass der große Platz vor dem Gebäude künftig „Ludwig-Lindenschmit-Forum“ heißen soll, nach dem Gründer des RGZM.

Ausstellung eröffnet erst 2024

Besucher müssen aber dennoch warten: „Die Eröffnung der neu konzipierten Dauerausstellung ist im Jahr 2024 geplant“, so Boegl. Der Ausstellungsflügel soll sich dann über drei Etagen mit insgesamt 3000 Quadratmeter erstrecken. Bis dahin finden hier, in Kooperation mit anderen Einrichtungen, etwa Veranstaltungen statt. Aktuell nutzt zum Beispiel das Staatstheater Mainz die neuen Räume.

„Uns ist es sehr wichtig, dass dieser neue Ort in Mainz von Anfang an wahrgenommen wird als ein offenes Haus, in dem man Kultur erleben kann, in dem man sich austauschen kann, mit vielen ganz unterschiedlichen Angeboten für viele unterschiedliche Zielgruppen“, so die Generaldirektorin des RGZM, Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch. So soll gerade in der ersten Zeit, wenn das Museum noch nicht geöffnet ist, „das Haus lebendig“ sein.

Hintergrund

Zum Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) gehören nicht nur die Ausstellungen im Kurfürstlichen Schloss. An drei weiteren Standorten werden archäologische Forschungen gezeigt: Im Mainzer Museum für Antike Schifffahrt, im Museum Monrepos in Neuwied sowie im Vulkanpark in der Osteifel, zu dem das Römerbergwerk gehört.

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