Mainzer Erdbeersaison gestartet

Die Erdbeersaison steht in den Startlöchern. Die ersten Früchte aus Gewächstunneln sind bereits zu haben. Wir haben mit Mainzer Landwirten über die kommende Saison, über Preise und ukrainische Flüchtlinge als Erntehelfer gesprochen.

Mainzer Erdbeersaison gestartet

Der Erdbeerverkauf in Mainz hat begonnen. Seit Dienstag (19. April) bereits sind die Früchte im Obsthof Schüler in Drais zu haben. Verkauft werden sie zunächst am eigenen Stand an der L427, kurz vor der Ortseinfahrt nach Drais – so lange der Vorrat reicht.

Noch werden die Draiser Erdbeeren in langen Tunneln vor der nächtlichen Kälte geschützt. Wenn das Wetter so warm bleibe, könnten in etwa vier Wochen die Freilanderdbeeren reif werden. Dann können die Mainzer auch wieder selbst auf dem Feld pflücken, erklärt Landwirt Christian Schüler. Momentan ist der Stand an der L427 zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet. Täglich werden etwa 150 Kilogramm geerntet, also 300 Schälchen. „Das wird nun allmählich immer mehr werden.“ Dann werden die Draiser Erdbeeren auch in Weisenau und Ebersheim zu haben sein, zudem in Mombach, Nieder-Olm, Bodenheim, Guntersblum und Undenheim. Auch über den regionalen Lieferdienst Frischepost können Schälchen bestellt werden.

Höhere Preise

Etwas früher, in etwa drei Wochen, rechnet Sandra Stauder vom Spargel- und Erdbeerhof Stauder in Bretzenheim mit der ersten Ernte vom Freilandfeld. „Genau können wir das aber nicht sagen, die Pflanzen beginnen jetzt zu blühen.“ Die Bretzenheimer Erdbeeren werden dann direkt im eigenen Hofladen verkauft.

Wegen des gestiegenen Mindestlohns (wir berichteten) müssen die Bauern in diesem Jahr ihre Preise auch für Erdbeeren erhöhen, bei Schüler um 30 Cent auf 4,80 Euro pro 500-Gramm-Schälchen. Bei manchen kosten sie auch 5,50 Euro oder sie füllen lediglich 400 Gramm in die Schälchen ab. Sandra Stauder kann noch nicht genau sagen, wie viel ein Schälchen Bretzenheimer Erdbeeren kosten wird. „Das orientiert sich auch am Markt und der Absatzmenge“, sagt sie. Für die Familie seien, neben dem höheren Lohn, die gestiegenen Kosten für Kraftstoff, wie Diesel für die Traktoren, belastend.

Ukrainische Frauen als Erntehelferinnen

Hilfe bei der Ernte kommt wieder von Saisonarbeitskräften. In diesem Jahr wollen auch einige Frauen aus der Ukraine in Drais mitarbeiten, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind und hier Zuflucht gefunden haben. Zwölf Frauen mit ihren Kindern hat Familie Schüler vor ein paar Wochen aufgenommen und lässt sie kostenlos bei sich wohnen. Nun bemüht sich Christian Schüler um eine Arbeitserlaubnis für die Frauen.

Auf dem Mainzer Wochenmarkt sind übrigens kaum Mainzer Erdbeeren zu haben. „Dort verkaufen fast nur Händler, keine Direktvermarkter“, so Schüler. Lediglich an den einzelnen Buden abseits des großen Markts finden sich auch Mainzer Erdbeeren.

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