Satire-Sendung „extra 3“ nimmt nutzloses Solardach in Mainz aufs Korn

Ein neues Solardach auf der Tribüne des TSV Schott in Mainz-Mombach sollte ein Vorzeigeprojekt sein. Doch die 550.000-Euro-Anlage ist laut Satiremagazin „extra 3“ nicht an das Stromnetz angeschlossen und somit nutzlos.

Satire-Sendung „extra 3“ nimmt nutzloses Solardach in Mainz aufs Korn

Das Satiremagazin „extra 3“ des ARD hat in seiner Rubrik „Realer Irrsinn“ das Solardach im Stadion des TSV Schott in Mainz-Mombach aufs Korn genommen. Die teure Anlage ist laut des Beitrags nicht an das Stromnetz angeschlossen.

Vor mehr als einem Jahr wurde auf der Bezirkssportanlage in Mainz-Mombach eine neue Tribüne mit rund 200 überdachten Sitzplätzen eingeweiht (wir berichteten). Die Kosten für das Bauprojekt, das die Stadt Mainz finanzierte, beliefen sich laut „extra 3“ auf 550.000 Euro. Das Besondere an der Tribüne: Das Dach besteht aus Photovoltaik-Modulen und wurde bei der Einweihung als nachhaltiges Vorzeigeprojekt gefeiert. Der damalige Finanzdezernent Günter Beck (im Beitrag fälschlicherweise als damaliger Baudezernent bezeichnet), nannte es sogar „Referenzprojekt für ganz Rheinland-Pfalz für Sportvereine“.

Wie die Satiresendung nun aufdeckt, liefert die Anlage aber gar keinen Strom. Obwohl sie seit März 2025 theoretisch 55.000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen könnte – genug, um 15 Durchschnittshaushalte zu versorgen – sei sie nicht an das Stromnetz angeschlossen.

Kein Anschluss wegen Vereinsabstieg

Der Grund dafür ist kurios: Ursprünglich sollte der erzeugte Strom von einem geplanten Multifunktionsgebäude auf dem Gelände genutzt werden. Dieses Gebäude wird nun aber nicht mehr gebaut. Der Grund: Der Verein TSV Schott Mainz ist aus der Fußball-Regionalliga in die Oberliga abgestiegen, womit die Auflagen für das Gebäude nicht mehr gelten, so „extra 3“.

Ein direkter Anschluss an das öffentliche Stromnetz würde laut Stadt Mainz rund 82.000 Euro kosten und sei „aktuell wirtschaftlich nicht sinnvoll“. Und das, obwohl die Einspeisung des Stroms Einnahmen von bis zu 5000 Euro pro Jahr generieren würde. So bleibt die „nachhaltige, kostenreduzierende und sinnvolle“ Solaranlage, wie es in dem Beitrag ironisch heißt, vorerst nutzlos und spendet den Fußballfans lediglich Schatten.