Das sagen Mainzer Politiker zu ihrer Wahl in den Bundestag

Mehr als 700 Abgeordnete sitzen demnächst im Deutschen Bundestag. Darunter werden auch Mainzer Politiker sein. Merkurist sprach mit drei von ihnen über ihre Ziele für die kommende Legislaturperiode.

Das sagen Mainzer Politiker zu ihrer Wahl in den Bundestag

Die Stimmen sind gezählt: Bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am Sonntag haben die Bürger entschieden, welche Direktkandidaten nun in den Bundestag einziehen dürfen. Eine von ihnen ist Ursula Groden-Kranich: Die CDU-Politikerin konnte ihr Direktmandat im Wahlkreis 205, der die Stadt Mainz und große Teile des Landkreises Mainz-Bingen umfasst, verteidigen. Groden-Kranich erhielt fast 36 Prozent der gültigen Erststimmen. Doch sie ist nicht die einzige Direktkandidatin aus dem Wahlkreis, die in den Bundestag geht, Sebastian Münzenmaier (AfD) und Tabea Rößner (Grüne) ziehen über die Landesliste ein. Wofür die Politiker sich in Berlin einsetzen wollen, erklärten sie im Gespräch mit Merkurist.

Ursula Groden-Kranich

Bundestagsabgeordnete Groden-Kranich hat den Wahlabend mit gemischten Gefühlen erlebt: Sehr gefreut habe sie sich auf der einen Seite über ihr eigenes Ergebnis. Sie habe gehofft, dass sie wiedergewählt werde, aber sicher sei sie sich von Anfang an nicht gewesen. „Mainz ist kein sicherer Wahlkreis, erst nach der Hälfte der ausgezählten Stimmen war ich zuversichtlich, dass ich es schaffen werde“, so Groden-Kranich. Um so erleichterter und dankbar sei sie gewesen, als feststand, dass sie das Direktmandat erneut gewonnen habe.

Dennoch sei es - losgelöst von ihrem eigenen Abschneiden - kein Tag gewesen, „um überschäumend zu jubeln“. Zu ernüchternd sei das Ergebnis der Bundes-CDU. Welche Ziele sie nun für ihren Wahlkreis erreichen könne, hänge unter anderem davon ab, in welchen Ausschüssen sie künftig dabei sein werde und wie sich die Zusammenarbeit mit den neuen Parteien im Bundestag gestalte. „Was ich auf jeden Fall plane, ist aber eine parteiübergreifende Initiative gegen Fluglärm“, so Groden-Kranich.

Sebastian Münzenmaier

Erstmals im Deutschen Bundestag sitzt AfD-Politiker Sebastian Münzenmaier, der als Spitzenkandidat über die Landesliste in Rheinland-Pfalz gewählt wurde. Wie er sagt, freue er sich schon auf die Arbeit im Parlament. „Wir wollen der Regierung genau auf die Finger schauen und eine patriotische Opposition bilden.“ Dabei wolle er unter anderem AfD-Kernthemen wie innere Sicherheit und die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber vorantreiben. Ebenfalls zu diskutieren sei die bisherige Euro-Rettungspolitik, so Münzenmaier. Eine Vermutung, wer zukünftig Deutschland regieren wird, hat der AfD-Politiker auch: „Ich gehe davon aus, dass es eine Jamaika-Koalition (CDU, FDP, Grüne) geben wird.“

Tabea Rößner

In den Bundestag erneut einziehen wird die Grünen-Politikerin Tabea Rößner. Auch sie schaffte den Sprung ins Parlament über die Landesliste. „Ich freue mich über das gute grüne Ergebnis in Mainz. Mein Erststimmen-Ergebnis sehe ich als Anerkennung meiner geleisteten Arbeit in den vergangenen Jahren.“ Rößner habe sich konkrete Ziele gesetzt, die sie für ihren Wahlkreis erreichen will. „Wir müssen Innovation befördern für umweltfreundliche Mobilität, damit die Luft besser wird, den ÖPNV ausbauen und attraktiver gestalten, die Bahn modernisieren und Sharing-Angebote stärken.“ Mainz bräuchte außerdem dringend die Versorgung mit leistungsfähigem Breitbandinternet, damit es als Standort attraktiv bleibe. „Und wir müssen für mehr soziale Gerechtigkeit und bezahlbares Wohnen sorgen, damit nicht nur Reiche sich die Stadt leisten können. Für all das werde ich mich engagieren.“

Generell gehe es für sie im nächsten Bundestag darum, die Weichen für eine nachhaltige Politik zu stellen und Umwelt- und Klimaschutz deutlich voranzubringen. Einen Wermutstropfen, so Rößner, gebe es allerdings: die AfD. „Mit dieser, in Teilen undemokratischen Partei müssen wir uns – mit allen demokratischen Mitteln – hart auseinandersetzen. Darin sehe ich eine Aufgabe meiner Arbeit im nächsten Deutschen Bundestag.“

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