Hat "Ficko"-Chef Politiker beleidigt?

Bei einer Demonstration soll der Aktivist David Häußer die Jungpolitiker Huch und Leidecker beleidigt haben. Leidecker behauptet zudem, Häußer hätte in Sozialen Netzwerken gegen ihn Stimmung gemacht.

Hat "Ficko"-Chef Politiker beleidigt?

Die Mainzer Jungpolitiker Tobias Huch (FDP) und Felix Leidecker (CDU) drohen dem Mitveranstalter der Demonstration "Für Solidarität und gegen rechten Terror", David Häußer, mit einer Strafanzeige. Häußer soll auf der Demonstration, die am 28. August stattfand, Huch eine "Leuchte" genannt haben. Leidecker warf er vor, dass dieser sich während der Debatte um das Firmenlogo des Dachdecker-Betriebes Neger auf dessen Seite gestellt habe. Außerdem bezeichnete der Herausgeber des "Ficko-Magazins" die alljährliche Kranzniederlegung durch den Oberbürgermeister am "Ehrenmal der Kriegsmarine" indirekt als "latenten Rassismus der Mitte". Er begründet dies damit, dass das Denkmal 1939 von den Nationalsozialisten eingeweiht wurde.

"Die Unterstellung, ich sei ein Rassist, ist an den Haaren herbeigezogen." - Tobias Huch (FDP)

Im Gespräch mit Merkurist sagte Huch, er überlege auf eine Anzeige zu verzichten, obwohl er den Tatbestand einer Beleidigung als gegeben sehe. Schließlich würde er Häußer dadurch nur Aufmerksamkeit verschaffen. Häußer hatte ihm auch vorgeworfen, an einer Demonstration pro Thilo Sarrazin teilgenommen zu haben. "Die Unterstellung, ich sei ein Rassist ist an den Haaren herbeigezogen", so Huch.

Auch Leidecker distanziert sich vom Vorwurf des Rassismus. Zusätzlich stört sich der Vorsitzende des Kreisverbandes der Jungen Union an etwas anderem: "Herr Häußer hat im Internet gedroht, 'gewisse Dinge nun selbst in die Hand nehmen' zu wollen. Er ruft dazu auf, dass es jetzt Menschen brauche, 'die zu anderen Mitteln greifen' und denen 'jedes Mittel Recht ist'", so Leidecker. Dies, so der Jungpolitiker, sei ein "Fall für den Staatsschutz", da in sozialen Netzwerken gegen ihn gehetzt würde und ihm unter anderem mit "militanten Vorgehen" gegen seine Person gedroht worden sei.

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Häußer seinerseits äußerte kürzlich in einem Interview, er habe lediglich das Logo der Dachdeckerfirma Neger als rassistisch beschrieben und niemandem Rassismus unterstellt. Auch auf der Facebookseite des "Ficko Magazins" ging er auf die Vorwürfe ein und schrieb unter anderem: "Zum Wesen des Rassismus gehört, dass er seine Existenz leugnet. Da geht es ihm nicht anders als vielen anderen menschenfeindlichen Ideen." Auch auf Tobias Huch ging Häußer in seinem Post ein: "Sorry, Tobi Huch. Du bist natürlich keine Leuchte. Du bist mehr so der kaputte Lichtschalter am Kronleuchter der durchgebrannten Verdunklungsgefahr."

Update - Donnerstag - 3. September:

Da David Häußer am Tag der Veröffentlichung des Artikels vor Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, reichen wir seine Aussagen gegenüber Merkurist nach. Häußer sagt auf die mögliche Klage von Huch und Leidecker angesprochen: "Ich reagiere gar nicht, weil da nichts kommen wird. Im Gegensatz zu all den Lügen, die diese beiden feinen Herrschaften verbreiten, habe ich nichts von all dem getan, was sie herbeifantasieren."

"Ich arbeite an einer Lösung, indem ich etwas gegen Rassismus in der Gesellschaft und für mehr Solidarität mit Refugees tue", gab Häußer zu Protokoll. Auch zu der Auseinandersetzung mit CDU-Mann Leidecker äußerte sich der Aktivist: "Ich streite mich nicht, ich habe nur die Fakten dargestellt. Und da ist es nun mal so, dass Neonazidrohungen aus dem Umfeld der Logofans von Herrn Leidecker noch getoppt werden, indem er meine Privatadresse postet."

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