Hat Mainz ein Problem mit nächtlichen Autorennen?

Die Ampel grün, die Straßen frei und dann ein Rennen Mann gegen Mann: So stellt sich mancher vielleicht ein illegales Autorennen vor. Doch gibt es solche Rennen auch in Mainz und existiert hier sogar eine Raser-Szene?

Hat Mainz ein Problem mit nächtlichen Autorennen?

Heulende Motoren und quietschende Reifen: Vor allem nachts, wenn die Straßen leer sind, kommt es in Mainz vor, dass einige Autofahrer Gas geben. Vereinzelt scheint es auch regelrechte Rennen zu geben, die wiederum für andere Verkehrsteilnehmer extrem gefährlich werden können. Leserin Stephanie fragt nun, was es für Möglichkeiten gibt, diese Rennen zu unterbinden. Speziell in der Oberstadt hat sie diese zuletzt wahrgenommen.

Polizei stoppte bereits Autorennen

Diesen Eindruck kann der Ortsvorsteher der Oberstadt Daniel Köbler (Grüne) zumindest teilweise nachvollziehen. „Es gibt vereinzelt Beschwerden über Raser“. Vor allem in den Abendstunden oder auch am Wochenende in der Nacht sei dies der Fall. Als Orte seien hier beispielsweise der Augustusplatz oder die Alicenbrücke zu nennen. „Ein Dauerzustand ist das aber nicht.“ Ob es zudem tatsächlich zu Rennen und nicht nur zum Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit komme, könne er nicht sagen, so Köbler.

Doch wie sieht es sonst in der Stadt aus, gibt es hier ein größeres Problem mit Rasern oder illegalen Auorennen? Auf Anfrage erklärt ein Sprecher der Mainzer Polizei, dass die Polizei durchaus schon etwa drei Rennen gestoppt habe. „Generell nutzen Raser eher breit ausgebaute Straßen.“ So könne man feststellen, dass zum Beispiel am Pariser Tor oder auch in der Geschwister-Scholl-Straße teilweise mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren werde. „Glücklicherweise ist Mainz aber kein Schwerpunkt für die Raser-Szene.“ Andere Städte seien davon viel stärker betroffen.

Spezial-Gruppe der Polizei im Einsatz

Sollte es aber dennoch zu solchen „gefährlichen Eingriffen in der Straßenverkehr“ kommen, versuche die Polizei dies zu unterbinden. Sei es durch Kontrollen im Rahmen von Streifenfahrten oder mit Hilfe einer kleinen Spezial-Gruppe der Polizeiinspektion Mainz 1, die sich um die Tuning-Szene kümmert. „Das bedeutet aber natürlich nicht, dass die gesamte Szene in Verdacht steht“, so der Polizeisprecher. Dennoch gebe es hierunter einige Autofahrer, die dafür in Frage kämen.

Ein wirksames Mittel gegen Raser seien jedenfalls auch (stationäre) Blitzer, so der Sprecher. Zumindest auf manchen Strecken im Mainzer Stadtgebiet wird dieses „Mittel“ gegen überhöhte Geschwindigkeit demnächst zum Einsatz kommen. Denn ab dem Frühjahr 2021 sollen mehrere festinstallierte Anlagen Verstöße ahnden. Insgesamt sind es neun Stationen, darunter sechs kombinierte Rotlicht- und Geschwindigkeitsblitzer. (pk)

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