Radwege, Halteverbot, Grünflächen: Wo Mainzer am liebsten falsch parken

Wenn die Zeit drängt und kein regulärer Parkplatz in Sicht ist, dann nehmen einige in Kauf, ihr Fahrzeug auch einmal verbotswidrig abzustellen. Auch in Mainz gibt es unzählige Vergehen von Falschparkern. Wo am häufigsten falsch geparkt wird.

Radwege, Halteverbot, Grünflächen: Wo Mainzer am liebsten falsch parken

Einen (kostenlosen) freien Parkplatz in Mainz zu finden ist zumindest in der Innenstadt äußerst schwierig. Wer dann nicht in ein Parkhaus ausweichen oder etwas weiter entfernt von seinem Zielort regulär halten möchte, der stellt sein Auto oft mehr oder weniger wissentlich verkehrswidrig ab und hofft, nicht erwischt zu werden. In vielen Fällen wird dieses Fehlverhalten der Fahrzeughalter dann aber vom Verkehrsüberwachungsamt der Stadt Mainz geahndet.

Die Schwerpunkte der uniformierten und damit für alle Verkehrsteilnehmer und Passanten sofort erkennbaren 57 Mitarbeiter im Außendienst liegen nach Angaben der Stadtverwaltung im Bereich des ruhenden Verkehrs, unter anderem in der Gefahrenabwehr. Dazu zählen zum Beispiel Kontrollen von Feuerwehrzufahrten, Schwerbehindertenparkplätzen, Halteverbotszonen und Sperrflächen. Außerdem tragen die Verkehrsüberwachungskräfte laut Stadt auch dazu bei, die Fußgängerzonen von Falschparkern zu befreien oder aber das Dauerparken im Bereich von Kurzzeitparkplätzen, die jedem zur Verfügung stehen sollten, zu verhindern. Bei Verstößen würden die Mitarbeiter dann Verwarnungen aussprechen oder gegebenenfalls auch abschleppen lassen.

Hier wird am häufigsten falsch geparkt

Doch wie viele „Ordnungswidrigkeiten durch Falschparken“ wurden in den letzten Jahren in Mainz ermittelt und an welchen Orten gab es die häufigsten Vergehen? Das wollte nun die Partei „Die Linke“ im Mainzer Stadtrat wissen. Die Antworten dazu lieferte Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne). Dabei stellt sich heraus, dass es in den vergangenen beiden Jahren – wohl pandemie-bedingt – deutlich weniger Verfahren gab als in den Jahren zuvor. So erreichten die seit 2015 erfassten Daten im Jahr 2019 einen Höchststand. Damals gab es 182.000 Verfahren. 2020 waren es nur noch knapp 131.000 und 2021 rund 120.700 Verfahren. Dabei zeichnet sich jedoch ein relativ eindeutiges Ranking unter den Fehlverhalten ab.

Unangefochten auf Platz eins liegt dabei das Parken im Halteverbot. Rund 36.800 Vergehen stellten die Mitarbeiter der Stadt hier im letzten Jahr fest. Ähnlich sah es 2020 mit 36.500 Fällen aus. Den Höchststand gab es im Jahr 2019. Damals wurde 50.800 Mal im Halteverbot falsch geparkt. Auf Platz zwei der Falschpark-Vergehen in Mainz liegt das Parken auf Gehwegen. Rund 7550 Mal passierte das im letzten Jahr (2020: knapp 6200 Mal). Auch hier erreichten die Vergehen im Jahr 2019 den Höchstwert. Fast 9500 Mal wurden hier in Mainz Gehwege zugeparkt.

Auf Platz drei im Ranking ist das (Falsch-)Parken auf Radwegen. Mit mehr als 800 Vergehen im Jahr 2021 wurde hier ein Höchstwert seit Erfassung der Daten erreicht. Ob dies möglicherweise auch daran liegt, dass an einigen Stellen in der Stadt Parkplätze zu Radwegen umfunktioniert wurden? Den vierten Platz im Ranking der Vergehen belegt das Parken in Einfahrten. In Mainz passierte dies im vergangenen Jahr 585 Mal. Den Abschluss macht dann das Parken auf Grünflächen. Hier gab es 2021 mit 412 Vergehen den niedrigsten Wert seit Datenerfassung im Jahr 2015. Der Höchstwert stammt dabei direkt aus 2015. Damals mussten die Mitarbeiter des Verkehrsüberwachungsamts 1425 Fälle feststellen.

Logo