Das ist das Mainzer Unwort des Jahrzehnts

Jedes Jahr wählen die Merkurist-Leser das „Mainzer Unwort des Jahres“. Mit dem Ende von 2019 wollten wir noch etwas wissen: Was ist das Mainzer Unwort des Jahrzehnts?

Das ist das Mainzer Unwort des Jahrzehnts

Große Bauprojekte, ein abgesagter Rosenmontagszug und ein Bürgerentscheid, der die Stadt spaltete. Das heute zu Ende gehende Jahrzehnt hatte in Mainz einiges zu bieten - unter anderem eine große Auswahl für das „Mainzer Unwort des Jahrzehnts“. In einer Onlineumfrage wollten wir von Euch wissen, welches Schlagwort des Jahrzehnts Ihr absolut nicht mehr hören könnt. Hier könnt Ihr noch nachlesen, was das Unwort des Jahres 2019 ist, und hier kommen die Unwörter des Jahrzehnts:

Platz 4

Mittlerweile dürften fast alle Mainzer froh sein, dass es die Mainzelbahn nun schon seit drei Jahren gibt. Doch als die neue Straßenbahntrasse noch gebaut wurde, sorgte sie für Sperrungen, Staus – und ganz viel Ärger. Einige Leser scheinen das noch nicht vergessen zu haben. Für 10 Prozent der User ist Mainzelbahn das Unwort des Jahrzehnts.

Ebenfalls 10 Prozent der User denken mit Schrecken an ein anderes Ereignis zurück: an die Rosenmontagszug-Absage im Jahr 2016. Damals machte ein heftiger Sturm den Narren einen Strich durch die Rechnung. Dafür bekamen sie im Mai den Rheinhessenumzug. Bei Temperaturen um die 30 Grad erinnerte der Umzug ein bisschen an Karneval in Rio.

Platz 3

Wieder ein geteilter Platz. Auf dem Bronze-Rang landet zum einen der Brückengau. Mittlerweile kann man den Begriff auf diverse Brückensperrungen in Mainz anwenden, etwa auf die bald anstehende Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke (wir berichteten). Doch eigentlich ist damit der 10. Februar 2015 gemeint: Der Tag, an dem die Schiersteiner Brücke absackte (wir berichteten).

Der Brückengau kommt genauso auf 11 Prozent wie „Techniker ist informiert“. Ebenfalls Anfang 2015 sorgte eine defekte Tür im Philosophicum der Uni für bundesweites Aufsehen. Wochenlang hing das Schild „Defekt - Der Techniker ist informiert“ an der Tür, ohne dass etwas passierte. „Techniker auch defekt“ vermutete jemand und klebte einen Zettel neben das Ursprungsschild. Es folgte ein Meme-Sturm, eine Zettelwirtschaft, die ihresgleichen sucht. „Der Techniker ist informiert“ wurde zum festen Begriff.

Platz 2

Wieder so ein Begriff, der zum geflügelten Wort wurde: Brücke ins Nichts. Für 15 Prozent unserer Leser ist es das Unwort des Jahrzehnts. Jahrelang sorgte die Brücke ins Nichts für Spott. Die Stadt Mainz hatte die Busbrücke über die Koblenzer Straße bauen lassen, um die Uni besser mit ihren neuen Gebäuden auf der anderen Seite zu verbinden. Das Problem: In der insgesamt sechsjährigen Planungszeit vergaßen die Verantwortlichen, die notwendigen Grundstücke von privaten Eigentümern zu kaufen. Die Brücke stand zwar seit 2015, doch Busse konnten nicht wie geplant über sie fahren.

In diesem Jahr dann das Happy End: Seit September wird sie von Bussen befahren. Und aus der Brücke ins Nichts wurde die Brücke ins Etwas.

Platz 1

Es gibt einen eindeutigen Gewinner unserer Umfrage. Für 23 Prozent unserer User lautet das Unwort des Jahrzehnts: Bibelturm. Der Turm sollte als Ausstellungsort für zwei historische Bibeln dem Mainzer Gutenberg-Museum neuen Glanz verleihen. Das Problem: Er hätte mitten auf dem beliebten Liebfrauenplatz gestanden. Außerdem konnten sich viele Mainzer nicht mit der modernen Architektur anfreunden. Ein Bürgerentscheid im April 2018 verhinderte schließlich das Projekt. Ein Trauma haben offensichtlich immer noch viele Mainzer. (pk)

Logo