Niedrige Temperaturen sorgen für anhaltendes Eis auf Mainzer Wegen. Während die meisten Straßen in der Innenstadt inzwischen geräumt wurden, sieht die Lage in den Stadtteilen oft anders aus. Gerade kleinere Straßen und Nebenstraßen sind teilweise nach wie vor von einer rutschigen Eisschicht bedeckt.
Merkurist-Leser Flo berichtet etwa von geschlossenen Eisflächen auf Nebenstraßen in Mainz-Finthen. Ein weiterer Leser beschreibt in einer Zuschrift am 4. Januar das Glatteis rund um die Straße An der Steige in Finthen: „Blankes Eis, keine Möglichkeit als älterer Mensch die Straße zu überqueren und Autos, die nicht mehr steuerbar sind.“ Ähnliche Situationen schildern Leser in Bretzenheim, Drais und der Oberstadt.
Hauptstraßen priorisiert
Der Pressesprecher der Stadt Mainz, Ralf Peterhanwahr, versichert auf Merkurist-Nachfrage, dass der Stadtteil Finthen am Montagmittag (5. Januar) vom Winterdienst bearbeitet wurde. Allerdings verweist er dabei auf die strenge Prioritätenliste in Mainz: Diese regelt, welche Straßen im Stadtgebiet zuerst geräumt werden. Zwar fallen demnach die Hauptstraßen in den Stadtteilen unter die erste Priorität, doch: „Es wird bei hoher Auslastung aber eben nicht jede ‘kleine Sackgasse’ gestreut oder geräumt“, so Peterhanwahr.
Denn in Mainz werden Straßen nach einem festen Plan von Schnee und Glatteis freigemacht (wir berichteten): Die höchste Dringlichkeitsstufe I umfasst die wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. Dazu zählen Hauptverkehrsachsen, Bus-Strecken und gefahrenträchtige Straßen. Es folgen Straßen der Stufe II, nämlich Verbindungs- und Wohnsammelstraßen. In Stufe III kümmert sich der Winterdienst dann um Wohnstraßen. Reine Anliegerstraßen mit geringer Verkehrsbedeutung bilden die letzte Stufe IV.
Räumung trotz hoher Auslastung
Um die letzte Kategorie IV wird es sich höchstwahrscheinlich bei den Straßen im Finther Wohngebiet handeln. Das beschriebene Vorgehen nach Prioritätenliste deckt sich mit Berichten beispielsweise aus Drais: „In den Straßen, in denen die Busse fahren, wurde zuerst und vergleichsweise schnell gestreut“, sagt eine Anwohnerin gegenüber Merkurist. Am Mittwoch (7. Januar) seien dann auch Wohnstraßen in Drais , wie die vor der Kindertagesstätte Maria Königin, geräumt worden. Laut der Schilderung wurden die Bushaltestellen sogar unter Einsatz von Laubbläsern vom Schnee befreit.
Entlang städtischer Grundstücke werden zum Räumen und Streuen teils externe Firmen beauftragt, wie die Stadt Mainz weiter schreibt. Auf privaten Wegen sind die Anwohner jedoch selbst in der Pflicht.