Wiesbaden baut schon, Mainz plant noch: Was wird aus der Kaiserspindel?

Während in Wiesbaden der Bau der Kaiserspindel auf der Kaiserbrücke läuft, müssen sich Radfahrer in Mainz gedulden. Der Baustart lässt noch auf sich warten.

Wiesbaden baut schon, Mainz plant noch: Was wird aus der Kaiserspindel?

Auf der Wiesbadener Rheinseite hat der Bau für den barrierefreien Zugang zur Kaiserbrücke bereits am 24. August begonnen, doch in Mainz müssen Radfahrer und Fußgänger weiter warten. Wie die Mainzer Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Volt-Fraktion mitteilt, verzögert sich das Vorhaben auf Mainzer Seite erheblich. WeltkartenErkunden

Erst wenn beide Rampen, die sogenannten Kaiserspindeln, fertig sind, gibt es eine durchgehend barrierefreie Verbindung zwischen den beiden Landeshauptstädten. Die Verbindung ist stark frequentiert: Messungen ergaben eine Nutzung von täglich 600 bis zu 900 Radfahrern.

Baustart erst im nächsten Jahr

Der Zeitplan für die Mainzer Rampe wurde bereits mehrfach verschoben. Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger nennt nun einen neuen Fahrplan: Die Planung soll Ende des dritten Quartals 2026 fertig sein, die Baugenehmigungen werden für das vierte Quartal 2026 erwartet. Als Gründe für die Verzögerungen nennt die Verwaltung unter anderem „komplexe örtliche Bedingungen“ und zusätzliche Anforderungen an Barrierefreiheit und Hochwasserschutz.

Der eigentliche Baustart ist nach aktueller Planung demnach für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Erste vorbereitende Maßnahmen könnten bereits Anfang 2027 beginnen. Die reine Bauzeit für das Spindelbauwerk selbst wird auf rund 18 Monate geschätzt. Die Fertigstellung auf Wiesbadener Seite ist für Frühjahr 2028 vorgesehen. Das gesamte Projekt, das bis zum 31. März 2029 laufen soll, umfasst auch Flächenangleichungen und Bepflanzungen.

Mehrwöchige Sperrung der Kaiserbrücke geplant

Für Nutzer der wichtigen Pendlerstrecke bedeutet der späte Baubeginn weitere Einschränkungen. Laut Steinkrüger muss der Zugang zur Brücke auf Mainzer Seite für die Bauarbeiten „mindestens mehrwöchig“ komplett gesperrt werden. Dies sei voraussichtlich in der Mitte der Bauzeit der Fall. Genaue Zeiträume könnten aber erst später genannt werden, da sie vom ausführenden Bauunternehmen abhingen.

Die Stadt versichert, die Sperrung so kurz wie möglich zu halten. Man plane etwa mit provisorischen Wegen und einer optimierten Bauablaufkoordination. Über die genauen Sperrzeiten und mögliche Umleitungen will die Verwaltung dann informieren.

Städte wollen Bauphasen koordinieren

Eine zeitgleiche Umsetzung beider Seite sei schwierig, da sich die beiden Rampen in Bauform und Lage stark unterscheiden. Ein gegenseitiges „Warten“ der beiden Städte, um Sperrungen zu bündeln, würde laut Steinkrüger zu weiteren Verzögerungen und Mehrkosten führen. Man werde aber versuchen, in der Phase, in der auf beiden Seiten gleichzeitig gebaut wird, Sperrzeiten abzustimmen, um die Belastung für Pendler so gering wie möglich zu halten.