Der Aufbau von festen Fahrrad-Zählstellen in Mainz dauert länger als geplant, obwohl inzwischen sogar mehr Messstellen gebaut wurden als ursprünglich vorgesehen. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der FDP-Stadtratsfraktion hervor.
Bereits 2019 hatte die Stadt demnach eine Förderzusage des Bundes für den Bau von zwanzig festen Zählstellen an wichtigen Radwegen erhalten. Zwei davon sollten mit sichtbaren Stelen ausgestattet werden, die das Verkehrsaufkommen anzeigen. Die Installation aller Zählschleifen war ursprünglich bis Ende 2022 vorgesehen.
Inzwischen sind laut Stadt an 30 Standorten Zählschleifen aufgebaut worden. Allerdings befinden sich die meisten davon noch nicht im Betrieb. Bevor die Daten verlässlich seien, müssten die Schleifen noch kalibriert werden. An zwei Standorten in der Hauptstraße (zwischen Zwerchallee und Liebigstraße) und der Saarstraße fehlen die Messstellen noch komplett.
Gründe für die Verzögerung und gestiegene Kosten
Als Grund für die jahrelange Verzögerung nennt die Verwaltung unter anderem, dass bei der Planung des Mainzer Radnetzes Standorte angepasst oder neu hinzugefügt wurden. Dies habe neue Abstimmungen innerhalb der Stadt, mit den ausführenden Firmen und auch mit dem Fördergeber erfordert.
Durch die Erweiterung seien auch die Kosten gestiegen: von ursprünglich kalkulierten 170.000 Euro auf nun rund 240.000 Euro. Die zugesagte Förderung von 70 Prozent konnte laut Stadt aber für die neue Summe gesichert und bereits abgerufen werden.
Stelen und Daten-Veröffentlichung lassen auf sich warten
Auch der Aufbau der beiden sichtbaren Zählstelen in der Saarstraße wurde zurückgestellt. Als Grund werden die umfangreichen Kalibrierungen und Abstimmungen zur Netzanbindung genannt. Ein Einbau ist nun für den Frühsommer geplant.
Wann die gesammelten Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, ist noch unklar. Nach Abschluss der Kalibrierung sollen die Ergebnisse zunächst in einem Fachausschuss vorgestellt werden. Später sollen die Zählwerte für alle Bürger online einsehbar sein und als Grundlage für zukünftige Planungen der Fahrradinfrastruktur dienen.