Wie gefährlich sind die Schutzstreifen in der Großen Bleiche?

Bike-Lane-Protektoren sollen Radfahrer vor Autos schützen. Doch sind sie am Ende selbst eine Gefahr für Fahrradfahrer?

Wie gefährlich sind die Schutzstreifen in der Großen Bleiche?

Eigentlich sollen Bike-Lane-Protektoren Radfahrer schützen. Dabei handelt es sich um Schutzpoller, die den Radweg von der Straße trennen. Auch in Mainz gibt es sie mittlerweile in der Großen Bleiche. Eine Merkurist-Leserin wurde jetzt aber Zeugin eines Unfalls, der offensichtlich durch die Schutzbarriere verursacht wurde.

Anfang Januar beobachtete sie, wie ein Fahrradfahrer bei Dunkelheit offenbar die weißen Bike-Lane-Protektoren an der Großen Bleiche übersah, diese mit dem Vorderreifen rammte, das Gleichgewicht verlor und daraufhin auf die Straße stürzte. Wie die Leserin schreibt, stoppte sie den Verkehr und konnte dadurch Schlimmeres verhindern. Der Fahrradfahrer habe nur Prellungen und eine gequetschte Hand erlitten.

Die Bike-Lane-Protektoren an der Großen Bleiche wurden im September 2021 aufgestellt. In Mainz sind sie die ersten ihrer Art. Kraftfahrzeuge dürfen den abgegrenzten Teil weder befahren, noch darauf parken. Die Stadt Mainz wolle Fahrradfahrern dadurch mehr Platz und Sicherheit bieten, hieß es in einer Pressemitteilung. Doch wurde dieses Ziel auch erreicht?

Bisher keine weiteren Unfälle bekannt

Dem Verband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Mainz-Bingen sind im Mainzer Stadtgebiet jedenfalls keine weiteren Unfälle bekannt. Die Straßenlaternen würden die Stelle an der Großen Bleiche genügend ausleuchten, so Pressesprecherin Amelie Döres. Auch die Mainzer Polizei verzeichnete bisher keine Unfälle, „bei denen die Protektoren als Unfallursache in Frage kämen“, so der Pressesprecher. Stattdessen verhinderten die Poller Parkverstöße auf dem Radweg, die zuvor im Bereich zwischen Gärtnergasse und Bahnhofstraße erfolgt seien.

Der ADFC Mainz-Bingen begrüßt laut Pressesprecherin Döres die Protektoren an der Großen Bleiche, halte sie allerdings für nicht notwendig, würden Autofahrer den Radweg nicht ständig als Parkfläche nutzen. Weil das aber immer wieder vorgekommen sei, seien die Poller in dem Falle zwar „notwendig“, aber eine „Verschwendung an Ressourcen für Aufbau und Pflege“, so Döres. Die Rückmeldung der Mainzer Radfahrer an den Kreisverband würde zudem sehr positiv ausfallen, da sie sich dank der Barriere sicherer gegenüber den Autos fühlen würden. Auf Grund dessen würden mehr Menschen das Radfahren wieder aufnehmen, führt der ADFC in einer allgemeinen Stellungnahme zum Thema aus.

ADFC wünscht sich weitere Poller

Der Verband Mainz-Bingen wünscht sich die Installation weiterer Bike-Lane-Protektoren und hat auch schon konkrete Vorstellungen von neuen Standorten, sagt Döres. Dazu gehören unter anderem der Radfahrstreifen am Linsenberg und die Wege auf beiden Seiten der Hechtsheimer- und der Geschwister-Scholl-Straße.

Die Stadt Mainz äußerte sich auf Anfrage bisher nicht.

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