Die gemeinsamen Geh- und Radwege auf der Theodor-Heuss-Brücke, die zu 60 Prozent der Stadt Wiesbaden gehört, empfinden viele als eng. Gerade jetzt, wo die Kaiserbrücke gesperrt ist, gibt es immer wieder Konflikte und gefährliche Situationen zwischen Fußgängern und Radfahrern. „Die räumlich beengte Situation auf der Theodor-Heuss-Brücke ist der Stadt Mainz bekannt“, sagt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr gegenüber Merkurist. Dennoch sind vorerst keine Änderungen geplant.*
Die Verwaltung behalte die Verkehrslage zwar im Blick, sehe in den gängigen Vorschlägen zur Entschärfung aber keine Verbesserung. Eine einfache Markierung zur Trennung von Rad- und Fußverkehr würde laut Stadt das Problem sogar eher verschärfen.
Markierung würde Problem verschärfen
Eine Trennlinie würde die ohnehin schmalen Wege in zwei noch engere Bereiche aufteilen, argumentiert die Stadt. Für den Radverkehr, der auf beiden Brückenseiten in beide Richtungen erlaubt ist, bliebe dann nicht mehr genug Platz für sichere Überhol- oder Begegnungsmanöver. Gleichzeitig würde der Bereich für Fußgänger zu eng, insbesondere für Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Rollatoren.
Eine bauliche Trennung lehnt die Verwaltung ebenfalls ab. Diese würde die nutzbare Breite weiter verringern, Ausweichmöglichkeiten einschränken und zusätzliche Stolper- oder Sturzgefahren schaffen. Eine Trennung auf den bestehenden Wegen bringe daher keine Verbesserung.
Echte Verbesserung nur durch Umbau möglich
Nach Ansicht der Stadt Mainz trägt die jetzige gemeinsame Nutzung der Wege sogar dazu bei, dass Verkehrsteilnehmer aufeinander achten und ihre Geschwindigkeit anpassen. Eine Aufteilung in sehr schmale Bereiche würde diese Flexibilität einschränken und eher neue Konflikte schaffen.
Zwar gebe es vereinzelte Hinweise von Bürgern zu der angespannten Situation, doch im Austausch mit der Polizei seien für die Theodor-Heuss-Brücke keine Unfallhäufungen bekannt.
Eine nachhaltige Verbesserung ließe sich nur durch eine Verbreiterung der Wege erreichen. Dies würde jedoch eine grundlegende Umplanung der gesamten Brücke erfordern und wäre nur durch bauliche Anpassungen möglich. Dafür müsste voraussichtlich eine Fahrspur für Busse und Autos wegfallen und zudem die Statik der Brücke geprüft werden.
Konkrete Veränderungen an der Verkehrsführung für den Fuß- und Radverkehr sind daher derzeit nicht vorgesehen. Die Stadt wird die Situation aber weiterhin gemeinsam mit der Polizei beobachten.
*Wie die Stadt Mainz mitteilt, habe sie sich bei der Beantwortung der Fragen mit der Stadt Wiesbaden abgestimmt.