Tödliche Messerattacke in Mainz: Mann wegen Totschlags vor Gericht

Ein 39-Jähriger wurde im April im Mainzer Hartenbergpark erstochen. Nun steht ein 29-Jähriger vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, mehr als 38 Mal auf sein Opfer eingestochen zu haben.

Tödliche Messerattacke in Mainz: Mann wegen Totschlags vor Gericht

Nach einer tödlichen Messerattacke im Mainzer Hartenbergpark im April muss sich seit Dienstag (7. Oktober) ein 29-jähriger Mann wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte mehr als 38 Mal auf sein 39-jähriges Opfer eingestochen haben. Der Mann erlitt Verletzungen an Hals, Herz, Lunge, Nieren sowie am Darm und verstarb noch im Park. Die Staatsanwältin betonte laut SWR vor Gericht, dass die Messerattacke nicht als Verteidigung zu werten sei.

Angeklagter schildert Streit

Der Angeklagte selbst ließ über eine verlesene Stellungnahme mitteilen, dass er sich an die eigentliche Tat nicht erinnern könne. Er habe am Ostersonntag mit seinen ukrainischen Freunden im Hartenbergpark gefeiert. Dabei hätten sie russische Musik gehört und sich auf Russisch unterhalten, da sie aus einer russischsprachigen Region der Ukraine stammten.

Eine andere Gruppe, ebenfalls aus der Ukraine, habe dies kritisiert und einen Streit begonnen. Dieser sei eskaliert: Erst sei es ein verbaler Streit gewesen, später hätten drei Männer aus der anderen Gruppe mit Metallstangen auf ihn und seine Freunde eingeschlagen. Der Angeklagte gab an, die Angreifer mit Flaschen beworfen zu haben. An mehr könne er sich nicht erinnern. Er habe das am Boden liegende Opfer nicht gesehen und erst später bemerkt, dass er voller Blut war.

Nach der Tat löste der Vorfall einen Großeinsatz der Polizei aus. Der Angeklagte konnte zunächst flüchten, wurde aber kurze Zeit später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind insgesamt zehn Verhandlungstage geplant.