Urteil im Laubenheimer Familiendrama

Der 51-Jährige Familienvater, der seine Frau vergangenen November mit 18 Messerstichen getötet haben soll, wurde am Montag vor dem Mainzer Landgericht zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Urteil im Laubenheimer Familiendrama

Nach drei Verhandlungstagen hat das Schwurgericht einen Laubenheimer Familienvater zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Der 51-Jährige, der seine Ehefrau mit zehn Messerstichen in den Oberkörper und acht weiteren Stichen getötet haben soll, gestand die Tat bereits am ersten Verhandlungstag.

Erinnerungen an den Tathergang habe der Angeklagte nicht, ließ er von seinem Verteidiger in einem schriftlichen Geständnis verlesen. Er erinnere sich lediglich daran, während eines heftigen Streits in eines der Kinderzimmer gegangen zu sein und sich die Ohren zu gehalten zu haben. Was danach geschah, wisse er nicht mehr. Seine beiden Töchter, welche sich zum Tatzeitpunkt in der Wohnung befanden, wurden durch die Schreie der Mutter auf die Tat aufmerksam und gingen dazwischen. Sie haben versucht, den Vater zurück zu halten, scheiterten jedoch an dessen Kraft. Nach eigenen Angaben konnten sie nicht zu ihm durchdringen, er habe abwesend gewirkt. Nach der Tat habe der Angeklagte kurzzeitig die Wohnung verlassen, sei jedoch zurück gekehrt und habe eine seiner beiden Töchter aufgefordert, die Polizei zu rufen.

Nachdem der psychologische Sachverständige dem Familienvater eine affektbedingte Störung der Bewusstseinskontrolle zusprach, welche die fehlende Erinnerung an den Tathergang erklärt, forderten Verteidiger und Staatsanwaltschaft ein Strafmaß zwischen fünf und sieben Jahren. Die Opferanwälte forderten indes mindestens zehn Jahre Gefängnis.

Vater der Getöteten fordert hohe Strafe

Der Ehemann der 33-Jährigen Polin sei ein Tyrann gewesen, habe sie geschlagen und zuvor bereits mehrmals gedroht, sie umzubringen, berichtet der Vater der Getöteten. Er fordert, ebenso wie die Schwester des Opfers, den Angeklagten, aufgrund mehrmaliger Todesdrohungen, wegen Mordes zu verurteilen. Laut Gericht seien jedoch Mordmerkmale wie Heimtücke oder niedere Beweggründe nicht gegeben.

Der Ursprung des Familiendrama liege, laut Gericht, mehr als zehn Jahre zurück. Das Opfer arbeitete jahrelang für einen Escortservice, musste jedoch das verdiente Geld regelmäßig an ihren Ehemann abgeben. Dieser wiederum kaufte sich und seinen beiden leiblichen Töchtern teure Klamotten und hielt seine Frau selbst an der kurzen Leine.

Nachdem sie im Jahr 2014 einen Mann kennenlernte und beschloss, mit diesem ihre Zukunft zu verbringen, schien die unterdrückte Frau selbstbewusster zu werden und begann, gegen ihren Mann zu rebellieren. Laut Zeugenangaben wollte sie sich trennen, was ihr bis zum Zeitpunkt der Tat jedoch noch nicht gelang. In dem verhängnisvollen Streit ging es unter anderem um eine unmittelbar bevorstehende Trennung des Ehepaares.

Der Angeklagte, welcher bereits am ersten Verhandlungstag (wir berichteten) zugab, seine Frau getötet zu haben, nimmt die Urteilsverkündung gefasst entgegen. Während der vergangenen Verhandlungstage zeigte er sich durchgehend betroffen, weinte häufig und schien seine Tat zu bereuen.

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