Mainzer Iraner mit dramatischem Appell

Offener Brief fordert studentische Organisationen zum Handeln auf

Mainzer Iraner mit dramatischem Appell

In einem offenen Brief hat sich das Demokratische Forum der Iraner aus Mainz an alle studentischen Organisationen und Studierendenausschüsse in Deutschland gewandt und sie dazu aufgefordert, „klare Kante gegen das totalitäre Regime der Islamischen Republik Iran zu zeigen“.

Initiator der Aktion ist der Mainzer Behrouz Asadi, Leiter des Migrationsbüros Rheinland-Pfalz/Hessen. „Nach dem Tod der jungen Mahsa Amini durch die Sittenpolizei befindet sich der gesamte Iran im Protestzustand. Dieser Protest ist jedoch nicht nur ein aktuelles Produkt der Geschehnisse, sondern eine schon lange aufgestaute und unterdrückte Abneigung gegenüber dem totalitären System im Iran“, heißt es in dem offenen Brief.

Die iranische Bevölkerung, besonders die Frauen, seien aufgestanden und plädierten: „Wir wollen keine Islamische Republik Iran mehr! Wir wollen Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie!“ Auch viele Studentinnen hätten sich den Protesten in den großen und kleinen Städten angeschlossen. Seit dem vergangenen Wochenende gebe es gegen diese studentischen Zusammenschlüsse gezielte Drohungen und gewaltsame Angriffe. Beispielsweise sei die Scharif-Universität in Teheran nach einer Kundgebung umzingelt worden, Hunderte Studenten seien festgenommen, verletzt oder direkt erschossen worden. „Die vielen, meist noch sehr jungen, Verhafteten befinden sich derzeit immer noch unter unmenschlichen Bedingungen in Gefängnissen und müssen um ihr Leben bangen“, so der Brief.

Deshalb fordert Asadi: „Die studentischen Gefangenen im Iran brauchen Ihre Unterstützung in Form von Solidarität und direkter Handlung. Fordern Sie die Bundesregierung von Deutschland auf, klare Kante gegen dieses totalitäre Regime der Islamischen Republik Iran zu zeigen.“ Durch konkrete Maßnahmen, wie verstärkte Sanktionen, solle eine klare Anteilnahme an den Forderungen der iranischen Bevölkerung bekundet werden. „Es darf nicht länger von uns weggeschaut werden, wenn Kommiliton*innen in anderen Ländern sich nicht frei äußern und bewegen können, ohne mit schweren menschenrechtsverachtenden Konsequenzen rechnen zu müssen.“

Es sei äußert wichtig, die schweren Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und die Stimmen zu erheben für die Freilassung von allen politischen Gefangenen im Iran. „Den Worten der Bundesregierung müssen nun auch konkrete Taten folgen, weil Menschenrechte unteilbar sind!“

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