Was es mit dem Karussell am Mainzer Bahnhof auf sich hat

Neben den Westeingängen zum Bahnhof und zum Fahrradparkhaus steht eine große, bunte Jahrmarktattraktion, die vor allem im Dunkeln nicht zu übersehen ist. Wer hat sie errichtet und warum?

Was es mit dem Karussell am Mainzer Bahnhof auf sich hat

Seit ein paar Tagen steht bei der Unterführung des Hauptbahnhof West ein blaues Karussell. Allerdings hat es weder Sitze noch einen Antrieb. Es fällt schon allein durch seine Größe auf. Wie die Säulen reicht es vom Boden bis zur Decke und befindet sich neben den Eingängen zum Bahnhof und zum Fahrradparkhaus, direkt am Parkplatz. Auch hat es acht Seiten wie die Stützpfeiler.

Wenn die Dunkelheit hereinbricht, ist es sogar beleuchtet, sodass die graue Decke über ihm rot wird. Menschen bleiben stehen, rätseln oder freuen sich über den bunten Fleck inmitten seiner grauen Umgebung. Doch ein Hinweis, ein Schild oder eine Beschreibung findet sich nirgends.

Was hat es mit dem Karussell auf sich?

Das vermeintliche Karussell ist tatsächlich ein Kunstwerk, gestaltet von Helena Hafemann. Ihr Werk ist Teil der Mainzer Ausstellung „Part“ – ein Projekt, das die Mainzer Kunst- und Kulturszene beleben will. Hafemann hat ihr Kunstwerk tatsächlich in Form eines Pfeilers gestaltet, ist bei „Part“ zu erfahren. Damit habe sie sich zum einen mit den architektonischen Besonderheiten der Stadt Mainz auseinandergesetzt und zum anderen mit der grundlegenden Frage, was eine „städtische Intervention“, ausmache. Dazu habe sie die Merkmale eines Pfeilers genutzt, wie sie vor Ort Hauptbahnhof West stehen und nutzt dabei die „Formensprache von Jahrmärkten“.

Die aufwendige Verkleidung des Pfeilers, im Jugendstil gehalten, soll gleichzeitig an eine überdimensionierte Spielzeugverpackung oder ein Pappmodell erinnern, wie man sie als Scherenschnitt-Bastelbögen kaufen kann. Hafemann bezeichnet Jahrmarkt-Attraktionen auf der Seite von „Part“ als „fantastische ‘Nicht-Orte’, die von Standort zu Standort reisen und dort „nicht nur zu einer optischen, sondern auch emotionalen Intervention im Alltag der Menschen führen“. Beim Betrachter soll somit das „Gefühl kindlicher Faszination und Vorfreude geweckt werden“

Die offizielle Eröffnung der Intervention „Das Karussell“ findet am 8.November um 11 Uhr mit Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) statt.

Logo