Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) haben ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet. Wie die Universität mitteilt, soll es die Kommunikationsüberwachung der Polizei verbessern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt mit rund 880.000 Euro.
Bei Ermittlungen zu schwerwiegenden Straftaten darf die Polizei Telefone, Fahrzeuge oder Innenräume abhören. Sprechen die Verdächtigen dabei eine andere Sprache als Deutsch, kommen Sprachmittler zum Einsatz. Ihre Übersetzungen dienen nicht nur den Ermittlungen, sondern auch als Beweismittel vor Gericht. Für eine effiziente Strafverfolgung sind Polizei und Justiz daher auf präzise Übertragungen angewiesen.
Standards für rechtssichere Beweise
Genau hier setzt das neue Projekt „Qualifizierte Sprachmittlung für effiziente forensische Kommunikationsüberwachung“, kurz QSEK, an. Ein Team aus Translations- und Rechtswissenschaft sowie Kriminalistik will allgemeingültige Standards für die Übersetzungen entwickeln. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Sprachmittlung bei Polizei und Justiz zu stärken und sowohl Übersetzer als auch Polizeikräfte besser zu qualifizieren.
Die Professionalisierung soll laut den Verantwortlichen zu erheblichen Kosteneinsparungen führen, da qualitativ hochwertige Übersetzungen die Effizienz der Ermittlungen steigern und Fehlinterpretationen vermeiden. Zudem erhöhen einheitliche Standards die Rechtssicherheit der Beweismittel. Nicht zuletzt stärke dies faire und transparente Strafverfahren, was auch das Vertrauen der Gesellschaft in die Justiz fördere.
Breite Unterstützung für Mainzer Projekt
Das Projekt QSEK wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 878.799 Euro gefördert. Die Projektverantwortlichen sind Prof. Dr. Cornelia Griebel von der Universität Mainz sowie Kriminaldirektor Joachim Faßbender und Prof. Dr. Lars Berster von der Deutschen Hochschule der Polizei.
Ein Beirat unterstützt das Vorhaben, darunter der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, das Bundeskriminalamt und der Bundesverband der Übersetzer und Dolmetscher. Dies zeige, so die Projektverantwortlichen, dass QSEK auf einen dringenden Bedarf reagiere.