Ein Stadtteil als Klimaschützer: Draiser starten einzigartiges Projekt in Mainz

Kann ein ganzer Stadtteil klimafreundlicher werden? Einige Draiser wollen mit vielen Einzelmaßnahmen im Stadtteil den Klimaschutz voranzutreiben. Mit einer Infoveranstaltung zum Thema Photovoltaik startete die Initiative kürzlich.

Ein Stadtteil als Klimaschützer: Draiser starten einzigartiges Projekt in Mainz

Photovoltaik auf Häusern, Lastenräder zum Ausleihen, regionale Lebensmittel, die miteinander geteilt werden: In Drais will man mit vielen kleinen und großen Maßnahmen das Klima besser schützen, Gedanken voranbringen und miteinander vernetzen.

Ideen gibt es bereits zahlreiche, nun müssen die Draiser nach und nach mit ins Boot geholt werden: „Wir können als gemeinsames Projekt Schottergärten entfernen, Regenwasser auffangen, mehr Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen installieren und so mehr Ökostrom erzeugen“, erklärt Ortbeiratsmitglied Maria Werth (Grüne), die das Projekt gemeinsam mit dem Draiser Ortsvorsteher Norbert Solbach (CDU) initiiert und gegründet hat. Auch könnte es mehr Wildblumenwiesen, Fassadenbegrünung und Bäume geben, regionale Lebensmittel gefördert und Foodsharing bewusst gelebt werden. Flohmärkte könnten über WhatsApp-Gruppen organisiert werden, gemeinsame Wohnprojekte könnten den Mietpreisen und dem fehlenden Wohnraum entgegenwirken.

Beispiele sollen zum Nachahmen anregen

Die Projektgruppe möchte den Menschen bewusst machen, wie problematisch der Klimawandel ist, zum Handeln motivieren und Ansprechpartner für Bürger und Initiativen sein. „Wir möchten erreichen, dass die Draiser ihre ökologischen Fußabdrücke erheben und überprüfen, natürlich anonym“, so Werth. Ein jährliches Monitoring soll Auskunft darüber geben, welche Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden können, direkt vor der Haustür. Innovative Beispiele für den Klimaschutz sollen Vorbild sein für andere und zum Nachahmen anregen.

Auch Unternehmen und Organisationen sollen mit einbezogen werden, sowohl ansässige Firmen, Vereine, Kindergärten und die Grundschule als auch große Institutionen wie die Stiftung Klimaschutz und Energieeffizienz, die Mainzer Stadtwerke, der Klimaschutzbeirat und die Lokale Agenda.

Regelmäßig werden nun im Vereinsraum im örtlichen Restaurant Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen organisiert. Den Anfang machte vor einigen Tagen ein Vortrag zu Photovoltaik, gehalten von Prof. Stefan Weber und der Geschäftsführerin einer Firma, die Solaranlagen herstellt. „Solarenergie ist essenziell, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. So kann der private Haushalt relativ einfach Treibhausgase verringern. Die Photovoltaik-Module liegen auf dem Dach und machen ihre Arbeit. Einfacher und effizienter kann der Endverbraucher Strom nicht herstellen“, so Werth.

Nun könnte das Draiser Projekt als Beispiel für andere Mainzer Stadtteile vorangehen. Am Montag (27. Juni) wird es im Rahmen des Projektwettbewerbs „Unser Klimaschutz – Unser Projekt – Unser Mainz“ von Janina Steinkrüger (Grüne), der Mainzer Beigeordneten für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr, ausgezeichnet – als eins von zwölf Mainzer Klimaschutzprojekten. Zum einen dürfen die Initiatoren an speziellen Projektwerkstätten teilnehmen, zum anderen haben sie Chance auf eine Prämie. Denn eine Jury wird fünf der ausgezeichneten Projekte 1000 Euro überreichen. Mit dem Geld könnten sie dann weitere Ideen umsetzen und vorantreiben.

Angelegt ist das Projekt eigentlich auf drei Jahre. „Wir haben aber den Wunsch, es dauerhaft im Stadtteil zu implementieren“, so Werth.

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