Mainz trauert um Ehrenbürger

Oberbürgermeister Michael Ebling würdigt den Theologen

Mainz trauert um Ehrenbürger

Die Stadt Mainz trauert um ihren Ehrenbürger Professor Dr. Hermann Reifenberg. Der Theologe verstarb bereits am 15. Februar im Alter von 93 Jahren, wie die Stadt am Montag (21. Februar) mitteilt.

Reifenberg wurde am 6. Juni 1928 in Oppenheim geboren. Er studierte katholische Theologie in Mainz und München. 1952 wurde er in Mainz zum Priester geweiht. Von 1961 bis 1965 war Reifenberg Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Laurentius in Ebersheim. In der damals eigenständigen Gemeinde Ebersheim war er von Ende der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre in der Seelsorge engagiert. Er galt dort als weltoffen und hatte gute Kontakte zu den Menschen und Vereinen. So hatte er in Ebersheim an der Gründung des Reitervereins mitgewirkt und war treibende Kraft der 1500-Jahr-Feier von Ebersheim. 1965 wurden die Verdienste des damals 36 Jahre alten Pfarrers um die Kirche, die Wissenschaft und Ebersheim mit der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Ebersheim gewürdigt. Nach der Eingemeindung Ebersheims 1969 wurde Hermann Reifenberg auch Mainzer Ehrenbürger.

Reifenberg war nach seinem Wirken in Ebersheim fast 30 Jahre lang Theologie-Professor in Bamberg (1965-1993). In dieser Zeit schrieb er zahlreiche Aufsätze, Bücher, Besprechungen und Monographien. Reifenberg betrieb vor allem zur Liturgie des Bistums Mainz wichtige Grundlagenforschung. Nach seiner Emeritierung zog es Reifenberg zurück nach Mainz. 2009 übergab er seinen wissenschaftlichen Nachlass (mehr als 600 Titel) dem Mainzer Dom- und Diözesanarchiv.

„Er war ein Mensch der Freundlichkeit, Optimismus und Tatkraft ausstrahlte.“ - Michael Ebling, Oberbürgermeister

Auch Oberbürgermeister Michael Ebling trauert um den Mainzer Ehrenbürger. „Hermann Reifenberg war ein Theologe, dessen Wort in der Katholischen Kirche Gewicht hatte. Er war ein Mensch der Freundlichkeit, Optimismus und Tatkraft ausstrahlte. Er gehörte nie zu den Leisen und ist als Mann der Tat konsequent seinen Weg gegangen – nicht selten allen Widrigkeiten und Obrigkeiten zum Trotz“, so Ebling. „Dieses immerwährende Voranschreiten und sich Einmischen, auch und gerade gegen Widerstände, hat bei ihm auch im Alter nicht nachgelassen. Prof. Dr. Reifenberg ist deshalb ein Vorbild darin, wie man sein Leben selbstbestimmt gestaltet, sich in gesellschaftliche Debatten einbringt und gleichzeitig Verantwortung für seine Mitmenschen übernimmt.“

Reifenberg habe sich stets als Ansprechpartner aller Menschen gesehen und über Parteigrenzen hinweg vermittelt und gewirkt. „Für viele Mainzerinnen und Mainzer ist er ein Vorbild dafür, wie man sein Leben mit Charakterstärke, hohem Arbeitsethos, grenzenlosem Optimismus und einer von Herzen kommenden Menschenfreundlichkeit gestaltet und ein Vorbild dafür, wie man sich in gesellschaftliche Debatten einbringt und Verantwortung für das Gemeinwohl übernimmt“, so Ebling. Reifenberg sei „Ehrenbürger der Herzen“ geworden. „Mit großer Trauer und in Hochachtung vor seiner Lebensleistung verabschieden wir uns von Prof. Dr. Hermann Reifenberg. Wir werden ihn und sein lebenslanges Engagement für die Wissenschaft, für die Kirche, für die Stadt und vor allem für die Bürgerinnen und Bürger von Mainz sehr vermissen.“

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