Neue Details zum Brand in der Rheingoldhalle bekannt

Stadt, Polizei und Feuerwehr äußern sich

Neue Details zum Brand in der Rheingoldhalle bekannt

Am Dienstagvormittag haben die Stadt Mainz, die Feuerwehr sowie die Polizei neue Informationen zum Brand der Rheingoldhalle bekannt gegeben. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) über den Brand am vergangenen Donnerstag: „Es steckt uns allen noch in den Knochen.“ Der Sachschaden ließe sich bisher noch nicht beziffern, noch seien nicht alle Folgen des Feuers abzusehen. Ebling lobte das Zusammenspiel von Polizei und Rettungsdiensten. Die Löscharbeiten seien unter sehr schwierigen Bedingungen bravourös gemeistert worden.

Wie Polizeisprecher Rinaldo Roberto erklärte, seien seit vergangenen Freitag Brandermittler der Polizei im Einsatz. Auch ein Elektroingenieur fungiere als Sachverständiger vor Ort. Ein elektrotechnischer Defekt könne bisher ausgeschlossen werden, so Roberto. Mittlerweile hat die Kriminalpolizei die Ursache bekanntgegeben (wir berichteten).

Laut Bürgermeister Günter Beck (Grüne) wird derzeit die Bausubstanz untersucht. Es sei Löschwasser ins Innere gedrungen, welche Schäden dies angerichtet habe, sei aber noch unklar. Die Untersuchungen sollen noch bis Mitte Juni andauern. Welche zeitlichen und finanziellen Auswirkungen der Brand auf die laufende Sanierung habe, sei ebenfalls noch nicht sicher, so Beck. „Derzeit ruhen die Bauarbeiten. Drei Monate sind auf jeden Fall weg.“

Großer Saal steht zur Fastnacht vermutlich nicht zur Verfügung

Wie es nun mit Terminen in der Rheingoldhalle weitergeht, ist noch nicht vollständig geklärt. Der „Kongress-Saal“ wird laut Beck und Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) vermutlich nicht zur Verfügung stehen - wahrscheinlich auch nicht für die kommende Fastnachtskampagne. Geplant war eigentlich, dass die Sanierung des Saals im Oktober abgeschlossen sein sollte. Wie Matz erklärte, laufe bereits die Suche nach Ersatzlocations für die verschiedenen Veranstaltungen. „Dabei bekommen wir viel Unterstützung von verschiedenen Mainzer Firmen und Organisationen.“ Denkbar sei zum Beispiel auch, das Zelt auf dem Jockel-Fuchs-Platz weiter zu nutzen. „Wir müssen es dann nur wintertauglich machen.“

Feuerwehr-Einsatzleiter Markus Lunnebach sprach von „einem der größten Einsätze der vergangenen Jahre“. Der erste Notruf war um 6:16 Uhr bei der Feuerwehr eingegangen. Um 6:20 Uhr trafen die ersten Einsatzkräfte vor Ort ein. Die Feuerwehr hatte zunächst Probleme, an den Brand in einer Zwischenkonstruktion des Daches zu gelangen. Der Einsatz habe eine extreme körperliche Belastung dargestellt, so Lunnebach. Da Teile der Dachkonstruktion im Laufe des Tages einbrachen, konnte die Feuerwehr nicht auf das Dach der Rheingoldhalle. Daher mussten die Rettungskräfte vom anliegenden Dach des Hilton-Hotels und von Drehleitern aus löschen.

Da sich das Feuer rasant ausbreitete, sei der Gutenbergsaal im Inneren der Rheingoldhalle zeitweise akut gefährdet gewesen, erklärte Lunnebach. Insgesamt waren rund 400 Rettungskräfte über den Tag verteilt im Einsatz. Durch die starke Rauchentwicklung lösten auch in einigen Altstadtgeschäften die Brandmeldeanlagen Alarm aus. Erst gegen 6:30 Uhr am folgenden Tag galt der Brand offiziell als gelöscht. Lunnebach erwähnte außerdem die gute Zusammenarbeit mit dem Hallenbetreiber Mainzplus Citymarketing sowie den benachbarten Städten und Kreisen. (mr)

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