DFB-Ärger nach Siegesparty: Heidel hofft auf mildernde Umstände

Weil Spieler und Fans nach dem Bundesliga-Sieg gegen RB Leipzig am Sonntag gemeinsam feierten, ermittelt nun der DFB gegen Mainz 05. Sportvorstand Christian Heidel äußerte am Donnerstag seine Sicht der Dinge und hofft auf mildernde Umstände.

DFB-Ärger nach Siegesparty: Heidel hofft auf mildernde Umstände

Turbulente Tage beim 1. FSV Mainz 05: Insgesamt vierzehn Spieler und Mitglieder des Trainerstabs mussten sich vergangene Woche wegen eines Corona-Ausbruchs in Quarantäne begeben und verpassten den Bundesligaauftakt gegen RB Leipzig am vergangenen Sonntag (wir berichteten). Mit einer Not-Mannschaft und rund 10.500 leidenschaftlichen Fans in der Mewa Arena gelang trotzdem die Sensation - der Vizemeister des Vorjahres wurde mit 1:0 besiegt. Doch wer gedacht hatte, dass es nun ruhiger um die 05er würde, der irrt. Denn inzwischen ermittelt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen Mainz 05.

Im Siegesrausch nach dem Leipzig-Sieg feierte die Mannschaft nämlich zusammen mit den Fans - auf der Tribüne. Auch wenn die meisten Fans den Spielern Platz machten, kam es vereinzelt zum Kontakt zwischen den Anhängern und den 05-Profis. Nun hat der DFB-Kontrollausschuss ein Verfahren gegen den FSV eingeleitet. Ermittelt wird, ob die Tribünen-Party ein Verstoß gegen das Hygienekonzept im deutschen Profifußball darstellt (zuerst hatte die Allgemeine Zeitung berichtet).

Heidel sieht mildernde Umstände

05-Sportvorstand Christian Heidel äußerte sich auf der Pressekonferenz der Mainzer vor dem Bundesligaspiel beim VfL Bochum zu den DFB-Ermittlungen. Der FSV wolle sich in den kommenden Tagen schriftlich gegenüber dem DFB äußern, so Heidel zunächst. „Wenn es mildernde Umstände gibt, dann dafür, dass alle Spieler zu 100 Prozent geimpft waren - das wissen wir zufällig ziemlich genau“, so Heidel. Zudem betonte der Sportvorstand, dass Fans ohnehin nur geimpft, genesen oder getestet ins Stadion durften.

Außerdem hätten einige Spieler die umherstehenden Fans gebeten, den notwendigen Abstand einzuhalten. TV-Aufnahmen vom vergangenen Sonntag widerlegen Heidels Aussage zwar nicht, dennoch zeigen sie auch Spieler, die sich im engen Austausch mit Fans befinden, die Köpfe zusammenstecken oder auch mit Anhängern abklatschen. Auch deshalb fügte Heidel am Donnerstag an: „Das war nicht 100 prozentig richtig alles, dessen sind wir uns schon bewusst.“

Die Fragen des DFB zur Feier mit den Fans wolle Mainz 05 nun „anständig beantworten“, versicherte Heidel. Und weiter: „Wir hatten wahrscheinlich schon bessere Ideen, das muss ich auch zugeben.“ Er selbst habe die Szenerie im Stadion gar nicht bemerkt, da der Sportvorstand zu diesem Zeitpunkt bereits Interviews gegeben habe. „Ich glaube, das sollte man alles bei einer Urteilsfindung berücksichtigen“, sagte Heidel, der nun lediglich auf einer Ermahnung des DFB hofft.

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