Ukraine-Krieg: Werden Spargel und Erdbeeren nun teurer?

Bald startet die Ernte von Spargel und Erdbeeren, die Landwirte sind dann auf tausende von Erntehelfern aus Osteuropa angewiesen. Doch können sie wegen des Kriegs in der Ukraine überhaupt kommen? Und müssen wir nun mit höheren Preisen rechnen?

Ukraine-Krieg: Werden Spargel und Erdbeeren nun teurer?

39.000 Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland brauchen die rheinland-pfälzischen Bauern und Winzer jedes Jahr, um die anfallenden Arbeiten erledigen zu können: vom Spargelstechen über die Kirschernte bis hin zum Schneiden der Bäume im späten Herbst. Sie stellen die Hälfte der gesamten Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, größtenteils reisen sie aus den osteuropäischen Ländern an. Damit hat das Bundesland den höchsten Bedarf in ganz Deutschland.

Mit Start der Erntesaison sollen sie auch wieder nach Rheinhessen und Mainz kommen, wenn Erdbeeren und Spargel reif sind. Doch können die Helfer wegen des Kriegs in der Ukraine überhaupt ausreisen? „Die Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften war in den letzten Jahren immer ein Thema, auch in Rheinhessen“, so Andreas Köhr, Pressesprecher des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd. Vor zwei Jahren, zu Beginn der Corona-Pandemie, als es Einreiseverbote und Luftbrücken gab, habe es sogar einen flächendeckenden Mangel gegeben. Dann seien Aushilfen aus Deutschland eingesprungen, die zum Beispiel vom gleichzeitigen Lockdown in der Gastronomie betroffen waren.

Lage nicht so dramatisch wie 2020

„Dieses Jahr ist es auch schwierig, aber lange nicht so wie 2020“, so Köhr. Die Auflagen seien entschärfter als in den beiden Jahren zuvor, es sei weniger vorgeschrieben. Die Betriebe könnten nun größtenteils selbst entscheiden, ob und inwiefern sie beispielsweise testen lassen. „Corona ist kein Thema mehr“, sagt Köhr. Offizielle Reisebeschränkungen wegen des Ukraine-Kriegs gebe es zwar auch noch nicht. Die Helfer kommen hauptsächlich aus Rumänien und Polen, aus der Ukraine prinzipiell nur wenige. „Man merkt aber, dass die Bereitschaft der Kräfte aus den Grenzregionen niedriger ist“, so Köhr – zum einen wegen der Versorgung der Flüchtlinge, zum anderen, weil auch Krisen in den Grenzregionen befürchtet werden. „Ein Ausgleich mit deutschen Kräften wäre, wie vor zwei Jahren, dann aber nicht möglich.“

Was aber auf jeden Fall kommen werde, seien steigende Kosten in der Produktion: für Energie, für Kraftstoffe, für Personal. Denn der Mindestlohn wird in diesem Jahr schrittweise erhöht, zum Januar, zum Juli und dann noch einmal zum Oktober – von nun 9,82 Euro auf 12 Euro. Hinzu kommen die höheren Kosten für die Winzer: für Kartonagen, Etiketten, Flaschen. „Angesichts der massiven Kostensteigerungen wäre es also wenig überraschend, wenn die Preise steigen“, sagt Köhr.

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