Lange Wartenzeiten: Unmut über Brief-Zustellung in Teilen von Mainz

Mehrere Tage lang sollen einige Mainzer ihren Briefträger nicht mehr gesehen haben. Die Zustellung der Post würde nur noch äußerst unregelmäßig stattfinden, lange Wartezeiten inklusive. Wie die Post reagiert und für die Zukunft noch plant.

Lange Wartenzeiten: Unmut über Brief-Zustellung in Teilen von Mainz

An die 50 Millionen Briefsendung stellt die Post jeden Tag in Deutschland zu – und das „nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr zuverlässig und sicher“, sagt Stefan Heß von der Deutschen Post DHL Group gegenüber Merkurist. Doch dies scheint beispielsweise nicht in allen Teilen von Mainz ganz zutreffend zu sein. Wie ein Leser aus Hartenberg berichtet, habe er mehrere Tage auf die Zustellung von wichtigen Briefen warten müssen. Drei Tage sei überhaupt kein Briefträger mehr gekommen, obwohl ihm die Sendungen per Mail angekündigt wurden. Auch Nachbarn hätten keine Post mehr erhalten und keinen Briefträger gesehen.

Und Leserin Mara kommentiert: „Das kommt bei uns in letzter Zeit häufig vor. Auch, dass Briefe bei Nachbarn landen. Das ist ärgerlich, gerade bei wichtigen Terminsachen.“

Doch was sagt die Post zu diesen „regionalen Problemen“? „Wir haben aktuell Herausforderungen in der Briefzustellung in einzelnen Gegenden“, erklärte der Betriebschef des Post- und Paketgeschäfts in Deutschland, Thomas Schneider, Ende Oktober gegenüber der „Bild am Sonntag“. Weiter gab Schneider an, dass es zuletzt im Schnitt an einem Werktag in rund 100 der bundesweit über 50.000 Zustellbezirken vorkam, dass die Briefzustellung ausfallen musste.

Ausschlaggebend seien dafür vier Faktoren. Hierzu zählten sehr hohe Corona-Infektionszahlen sowie ein erhöhtes Aufkommen an Briefen. Zudem sei es gerade „schwieriger, gute Leute zu finden“, so Schneider in der „Bild am Sonntag“. Zusätzlich würden einige Beschäftigte wieder abwandern, die während des Lockdowns zur Post kamen und nun wieder in ihre alten Berufe zurückgingen.

Gegenüber Merkurist betont Post-Sprecher Stefan Heß, dass nach wie vor deutlich über 80 Prozent aller Inlandsbriefe ihre Empfänger in ganz Deutschland bereits nach einem Tag erreichen würden. Mehr als 95 Prozent erreichten ihre Empfänger nach spätestens zwei Tagen. Damit erfülle man auch in diesen besonders herausfordernden Zeiten die gesetzlichen Standards. „Wohl wissend, dass das nicht weiterhilft, wenn man persönlich betroffen ist und andere Erfahrungen gemacht hat, gehört dies aber trotzdem auch zur Wahrheit“, so Heß.

Post will Briefe langsamer zustellen

Wie nun aber bekannt wurde, könnten sich demnächst die Zustellungsintervalle ändern. Verschiedenen Berichten zufolge will sich die Post bei der Briefzustellung künftig mehr Zeit lassen und strebt dabei eine Änderung des Gesetzes an, nach dem 80 Prozent der Briefe am nächsten Werktag zugestellt werden müssen. Post-Chef Frank Appel fordert demnach eine andere Regulierung. Man könne nicht so tun, als wäre die Welt wie vor 20 Jahren. Heute befördere man viel mehr Pakete und viel weniger Briefe als damals, so Appel. Die Politik müsse verstehen, dass man eine Kostenentlastung brauche. So könnte es also demnächst gut sein, dass eine unregelmäßige Zustellung der Post gesetzlicher Standard wird.

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