Wo sind die Nilgänse hin?

Die Nilgans-Population ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Auch in Mainz gibt es die Tiere seit einigen Jahren. Eine Leserin hat nun aber den Eindruck, dass die Zahl der Nilgänse zuletzt gesunken ist - doch stimmt das?

Wo sind die Nilgänse hin?

Für viele stellen Nilgänse eine echte Plage dar. Besonders ihre lauten, trompetenden Rufe während der Paarungszeit gehen vielen Menschen auf die Nerven. Auch gefährliche Keime wurden in ihrem Kot schon nachgewiesen. Die Stadt Frankfurt gab die sich rasch vermehrende Tierart unter anderem deshalb vor drei Jahren schon einmal zum Abschuss frei. Auch entlang des Rheins wuchs die Population der Nilgänse, die ursprünglich als Ziervögel vor rund 20 Jahren nach Deutschland gebracht wurden, in den vergangenen Jahren. Leserin Maria hat zuletzt in Mainz aber keine Nilgänse mehr beobachtet. Sie fragt: „Wo sind die hin?“.

Ganz verschwunden sind die Tiere aus Mainz nicht. Erst vor drei Monaten machte eine ganze Nilgans-Familie in der Oberstadt auf sich aufmerksam und löste sogar einen Polizei- und Feuerwehreinsatz aus (wir berichteten).

Zwei Gänse gerieten mit ihren Jungtieren in der Nähe des Römerwalls / Augustusstraße in den Verkehr und sorgten für erhebliche Behinderungen. Die Polizei musste zeitweise sogar den Verkehr regeln. Die noch flugunfähigen Junggänse wurden schließlich eingefangen und auf einer Fläche im angrenzenden Volkspark freigelassen.

Doch hat die Population in Mainz nun abgenommen? Wohl eher nicht. Generell würde die Zahl der Tiere in der Region zunehmen, sagt der Leiter der Nabu-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Rainer Michalski. So sei die Nilgans in der Region gut vertreten. Besonders im Bereich Bad Kreuznach brüteten die Tiere sehr üppig. Dass die Nilgänse bei vielen Leuten wenig beliebt sind, hänge wohl auch damit zusammen, dass am Rhein entlang überall deren Kot liege und die Tiere bisweilen recht aggressiv reagieren, so Michalski abschließend. (df)

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