Aufregung um Naidoo-Video: Wird jetzt Konzert in Mainz abgesagt?

Ein Video, in dem sich Sänger Xavier Naidoo zeigt, sorgt gerade für Aufregung. Darin äußert sich der Popstar unter anderem rassistisch und fremdenfeindlich zu Flüchtlingen. Im Juli soll Naidoo in Mainz auftreten. Kommt es noch dazu?

Aufregung um Naidoo-Video: Wird jetzt Konzert in Mainz abgesagt?

Riesen-Wirbel um Popstar Xavier Naidoo: Der Sänger hat sich in kleineren Videosequenzen, die jetzt in den sozialen Medien aufgetaucht sind, rassistisch und fremdenfeindlich gegenüber Flüchtlingen geäußert. Ob das Video aber tatsächlich Naidoo zeigte, war zunächst nicht klar. Inzwischen meldete sich Naidoo jedoch auf Facebook zu Wort und wies die Rassismus-Vorwürfe gegen ihn zurück.

Dennoch könnten Naidoos Äußerungen jetzt auch weiterreichende Folgen für seinen geplanten Auftritt im Juli in Mainz haben. Möglicherweise könnten sich die Veranstalter gezwungen sehen, das Konzert im Volkspark abzusagen.

Inhalt der Videos

In den Videos attackiert Naidoo Flüchtlinge - mehr oder weniger offensichtlich - auf rechtspopulistische Art. Dort singt er in seinem typischem Sound: „Aber was, wenn jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt? Dann muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen.“ Und weiter: „Wenn doch, der kriegt’s mit mir zu tun. Lass uns das beenden - und zwar nun. Ihr seid verloren.“

In einer weiteren Sequenz wendet sich Naidoo vermeintlich an alle, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus einsetzen: „Wieder will die Klasse nur schweigen, Plakate zeigen, wo drauf steht: ‘Wir sind mehr’. Doch in Wahrheit seid ihr einfach nur peinlich und deutschland-feindlich, denn ihr seid leer. Yeah!“

Was Mainzplus Citymarketing sagt

Seine Konsequenzen aus den Videos zog bereits der Sender RTL. Dort gehört Naidoo zur aktuellen Jury der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Wie bekannt wurde, wird Naidoo am kommenden Samstag nicht in der ersten Live-Show des Formats zu sehen sein.

Doch wie sieht es nun nach den aktuellen Ereignissen mit Naidoos Konzert am 11. Juli in Mainz aus. Muss dieses nun abgesagt werden? Bereits im November forderte der Ortsvorsteher der Oberstadt, Daniel Köbler (Grüne), ein Auftrittsverbot von Naidoo in Mainz. Er warf dem Künstler unter anderem Antisemitismus und Homophobie vor (wir berichteten). Für das geplante Naidoo-Konzert im Volkspark ist Mainzplus Citymarketing zuständig.

Deren Geschäftsführer August Moderer äußerte sich bereits zu den aktuellen Entwicklungen um Naidoo. Laut der „Allgemeinen Zeitung“ sagte er: „Ich bin entsetzt. Jetzt ist eine Grenze überschritten. Ein Künstler, der solche Botschaften transportiert, passt nicht in unsere Stadt.“ Eine Entscheidung, wie in der Angelegenheit weiter verfahren wird, ist bis jetzt aber noch nicht bekannt. (df)

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