Weniger Straftaten, aber mehr Kinderpornografie in Rheinland-Pfalz

Weniger Straftaten, eine bessere Aufklärung: Innenminister Roger Lewentz freut sich über die „erfolgreiche Polizeiarbeit“ im Land

Weniger Straftaten, aber mehr Kinderpornografie in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz hat es im vergangenen Jahr weniger Straftaten gegeben. Gleichzeitig hat die Polizei so viele Fälle aufgeklärt wie seit 50 Jahren nicht mehr. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) hervor, die Innenminister Roger Lewentz am Montag vorstellte.

Demnach sei die Zahl der Straftaten 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gesunken (von 230.304 auf 217.305). „Seit 1992 ist das der niedrigste Wert“, so Lewentz während einer Pressekonferenz in Mainz. Fast 67 Prozent der Fälle habe die Polizei zudem im vergangenen Jahr aufklären können. Die Gesamtquote sei damit auf den historischen Höchststand seit Einführung der Statistik gestiegen, so Lewentz. „Das ist auch im Bundesvergleich ein sehr guter Wert und Beleg für die erfolgreiche Polizeiarbeit in Rheinland-Pfalz.“

Weniger Wohnungseinbrüche

Auch die Zahl der Menschen, die Opfer einer Straftat werden, gehe zurück: Waren es im Jahr 2020 noch 5626 pro 100.000 Einwohner, reduzierte sie sich im vergangenen Jahr um 324 Fälle. Gesunken sei ebenfalls die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen: im Vergleich zum Vorjahr um 4207 auf 98.874. Vor allem die Zahl der Wohnungseinbrüche werde weniger, von 7125 im Jahr 2015 auf 1874 registrierte Fälle im Jahr 2021 – das sind 29 Prozent weniger als 2020. „Das ist ein historischer Tiefststand und die niedrigste Zahl beim Wohnungseinbruchsdiebstahl seit Einführung der bundeseinheitlichen PKS im Jahr 1971“, kommentiert Lewentz. Davon seien mehr als die Hälfte der Fälle Versuche geblieben.

Gewalttaten seien ebenfalls zurückgegangen: Um 11 Prozent auf 7031 Fälle. Auch hier wurden mehr Fälle aufgeklärt. Die befürchtete zunehmende häusliche Gewalt während der Pandemie sei ausgeblieben, zumindest was die bei der Polizei registrierten Fälle betrifft (449 Fälle weniger als im Vorjahr). Dennoch sei Gewalt in engen sozialen Beziehungen das häufigste Delikt in diesem Bereich der Körperverletzung, die meisten ereignen sich demnach in der eigenen Wohnung, berichtet Johannes Kunz, Präsident des Landeskriminalamtes (LKA).

Mehr Straftaten im Netz

Angestiegen während der Pandemie seien jedoch die Straftaten im Internet, besonders Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie die Verbreitung, der Erwerb, der Besitz und die Herstellung kinderpornografischer Schriften. Hier habe es eine Zunahme von 111 Prozent gegeben (auf 1936 Fälle). Das hänge vor allem zusammen mit der gestiegenen Zahl der von der US-amerikanischen Organisation „National Center for Missing and Exploited Children“ (NCMEC) gemeldeten Fälle. Sie meldet unter anderem Verdachtsfälle von kinder- und jugendpornographischer Schriften über Social Media beziehungsweise Messenger-Diensten an die betroffenen Staaten.

Straftaten gegen Polizisten, Angehörige der Feuerwehr sowie der sonstigen Rettungsdienste seien auf einem weiterhin „hohen Niveau“, so Lewentz. Für 2021 verzeichnet die PKS insgesamt 1553 Fälle gegen Polizeibeamte und damit 162 weniger als im Vorjahr. Insbesondere Widerstandshandlungen seien zurückgegangen. Angehörige von Rettungsdiensten wurden sogar häufiger angegangen (114 mal insgesamt).

Zahlreich waren die Straftaten im Zusammenhang mit der Beantragung und Auszahlung von Corona-Soforthilfen (325 Fälle) sowie die gefälschten Impfpässe (95 Fälle). Diese zählen zur Kategorie Subventionsbetrug (Wirtschaftskriminalität).

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