Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf übernimmt eine weitere Patenschaft für eine politisch verfolgte Frau im Iran und fordert ihre Freilassung. Das teilt die Bischöfliche Pressestelle Mainz mit.
Bei der Frau handelt es sich um die 33-jährige Mahboubeh Shabani aus der iranischen Stadt Maschhad. Während der landesweiten Proteste im Januar 2026 soll sie mit ihrem Motorrad verletzte Menschen in Krankenhäuser gebracht haben. Am 2. Februar 2026 wurde sie von Sicherheitskräften festgenommen.
Zum Tode verurteilt
Menschenrechtsorganisationen berichten, dass sie bei ihrer Festnahme geschlagen und danach für längere Zeit in Einzelhaft gehalten wurde. Am 26. September 2026 sprach die Erste Kammer des Revolutionsgerichts von Maschhad ein Todesurteil gegen sie aus. Vor ihrer Festnahme war Shabani an Bauprojekten beteiligt und bereitete sich auf eine Prüfung im Ingenieurwesen vor. Da ihre Eltern bereits verstorben sein sollen, verfügt sie nur über begrenzten familiären Rückhalt.
Die Patenschaft wurde von dem Mainzer Menschenrechtsaktivisten Behrouz Asadi vermittelt. „Hier steht eine Frau vor uns, die nach den Berichten verletzten Menschen geholfen hat, die berufliche Pläne für ihre Zukunft hatte und die nun mit der Todesstrafe konfrontiert ist“, so Asadi bei einem Treffen im Bischofshaus am Freitag.
Bischof Kohlgraf erklärte: „Mit diesem Unrecht kann ich mich nicht mit abfinden. Ob eine politische Patenschaft hilfreich ist, kann ich nicht beurteilen. Es gar nicht erst versuchen, halte ich aber für den falschen Weg.“
Fünfte Patenschaft für den Mainzer Bischof
Für Bischof Kohlgraf ist es bereits die fünfte politische Patenschaft. Er hatte schon 2022 bei einem Projekt der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Patenschaften für zwei Gefangene im Iran übernommen.
Zwei der von ihm unterstützten Personen, Nasrin Sotoudeh und Reza Nowrozi, wurden inzwischen aus der Haft entlassen. Aktuell setzt sich Bischof Kohlgraf außerdem für Arian Farzamnia und Mahmoud Mehrabi ein.