Niersteiner Restaurant: „Nicht umsetzbar, die Außengastronomie zu öffnen“

Ab dem 22. März dürfen Lokale ihre Außengastronomie wieder öffnen - allerdings nur unter strengen Auflagen. Ein Niersteiner Gastronom sagt: Unser Restaurant bleibt geschlossen.

Niersteiner Restaurant: „Nicht umsetzbar, die Außengastronomie zu öffnen“

Fast fünf Monate ist es nun schon her, dass wir in unserem Lieblingsrestaurant oder unserer Lieblingskneipe sitzen durften. Seit dem 2. November 2020 hat die Gastronomie in Deutschland geschlossen, was ursprünglich als kurzer „Wellenbrecher“ geplant war, hat sich zum Dauerlockdown entwickelt. In Rheinland-Pfalz ändert sich das jetzt zumindest teilweise. Denn ab kommendem Montag (22. März) darf die Außengastronomie wieder öffnen. Allerdings unter strengen Auflagen.

So muss Abstand zwischen den Tischen eingehalten und Maske bis zum Tisch getragen werden. Für Gastwirte besteht weiterhin die Pflicht zur Kontakterfassung, zudem gibt es eine Vorausbuchungspflicht. Auch in der Gastronomie gilt die Kontaktbeschränkung - zwei Haushalte mit maximal fünf Personen (Kinder unter 14 Jahren ausgeschlossen). Was aber für besonders viel Kritik in sozialen Medien geführt hat: Alle Gäste müssen einen aktuellen Test vorlegen, um Platz nehmen zu dürfen.

Niersteiner Gastronom sieht Situation kritisch

Auch für manche Gastronomen ist das zu viel. So hat beispielsweise das Niersteiner Restaurant „Plan B“ auf seiner Facebookseite ausführlich Stellung zu der neuen Situation genommen. „Wie alle anderen Unternehmer*innen, Selbstständigen und Beschäftigen in der Gastronomie-, Event-, Kultur-, und Hotel- sowie Tourismusbranche fehlt es auch uns an klaren Perspektiven und Sicherheiten. Ein wirkliches ‚Planen‘ oder ‚Hoffen‘ ist zur Zeit nur schwer möglich“, schreibt das Team um Chef Bénédict Ernst.

Auch ab Montag wird die Terrasse des „Plan B“ geschlossen bleiben. „Wir sehen allerdings unter diesen Voraussetzungen eine Öffnung unserer Außengastronomie weder umsetzbar noch wirtschaftlich tragbar. Wir müssen einfach sehr kritisch darüber nachdenken, was es heißt, die Außengastronomie unter diesen Auflagen und Unsicherheiten zu öffnen.“ Außengastronomie bedeute, stark vom Wetter abhängig zu sein. Gerade abends werde es zur Zeit noch sehr kalt. „Zudem lässt die vorgeschriebene Testpflicht vor einem Restaurantbesuch kein spontanes 'Essen gehen' zu.“

Man frage sich, wie „gültige Test von uns geprüft werden können und sollen“. Zudem sei davon auszugehen, dass man bei den aktuell steigenden Fallzahlen in wenigen Wochen wieder schließen müsse. „Für uns als Gastronomen ergeben sich dahingehend enorme Planungsunsicherheiten hinsichtlich des Personals, der zusätzlichen Investitionen zur Umsetzung der Auflagen, der Menge an Ware und so weiter. Wir müssen uns also immer wieder fragen, was aus wirtschaftlicher Perspektive wirklich vertretbar und umsetzbar ist.“ Daher werde es vorerst weiterhin nur den ToGo-Service geben.

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