Niersteiner Gastronom: „Nicht tragbar, das Restaurant zu öffnen“

Strenge Auflagen für Gastronomen: Zwar dürfen sie ab Mittwoch ihre Lokale wieder öffnen, doch gibt es unter anderem eine Anmeldepflicht und einen Mindestabstand zwischen Tischen. Ein Niersteiner Gastronom sagt: Unser Restaurant bleibt geschlossen.

Niersteiner Gastronom: „Nicht tragbar, das Restaurant zu öffnen“

Am kommenden Mittwoch (13. Mai) endet für Gastronomen in Rheinland-Pfalz eine harte Zeit: Dann dürfen sie von 6 bis 22 Uhr wieder Gäste bewirten (wir berichteten). Seit März war angesichts der Corona-Krise nur noch ein To-Go-Geschäft möglich. Doch endet die harte Zeit wirklich? Denn es sind komplizierte Auflagen, unter denen Gastronomen öffnen dürfen: So besteht unter anderem eine Anmeldepflicht für Gäste, Kontaktdaten müssen erfasst werden und 1,50 Meter Abstand zwischen den Tischen liegen.

Manche Lokale bleiben unter diesen Umständen geschlossen. „Liebe Gäste, nach zwei nervenaufreibenden Tagen und schlaflosen Nächten sind wir nun zu dem Entschluss gekommen, Euch mitzuteilen, dass wir vorerst unser Restaurant nicht öffnen werden“, schreibt das Niersteiner Restaurant „Plan B“ auf Facebook.

Wegen der Auflagen sei es aus wirtschaftlicher Perspektive nicht tragbar, das Restaurant für Gäste zu öffnen. „Ökonomisch gesehen (unter anderem auch personalbedingt) ist es uns nicht möglich, den Auflagen zur Wiedereröffnung gerecht zu werden – auch wenn wir unheimlich gerne wieder unsere lieben Gäste in unseren Räumlichkeiten persönlich empfangen würden“, so die Verantwortlichen weiter.

„Essen gehen soll Spaß machen“

Den To-Go-Service könne man dank familiärer Unterstützung und Ressourcen weiterhin stemmen. „Darüber hinaus, so unsere Philosophie, sollte mit jedem Restaurantbesuch bei uns ein Wohlfühlcharakter verbunden sein.“ Dies könne man aber angesichts der zu erfüllenden Auflagen nicht gewährleisten. „Essen gehen soll Spaß machen, Freude bringen, Zeit zum Genießen ermöglichen und mit Erholung verbunden sein.“ Ende Mai wolle man die Situation neu bewerten.

Auch Mainzer Restaurantbetreiber sehen die Auflagen kritisch. So teilt unter anderem die Facebookseite von „Ladendorfs Weinhaus“ einen Beitrag des „Sternklasse Magazins“. Darin heißt es: „Doch in Wirklichkeit ist der Lichtblick nur eine Fata Morgana. Es ist beschämend, wie die Politik die Gastronomie vorführt und ins offene Messer laufen lässt.“ Kein Restaurant könne ohne zusätzliche Subventionen überleben. „Jetzt ist der Moment, Forderungen zu stellen. Die Gastronomie ist ein wesentlicher Kulturfaktor, der geschützt werden muss.“

Verständnis scheinen die Gastronomen zumindest von ihren Gästen zu bekommen. So auch das „Plan B“ in Nierstein. „Eine sehr nachvollziehbare und sicherlich keine einfache Entscheidung! Respekt!“, schreibt eine Userin. „Alles richtig gemacht“, findet ein anderer User. „Wir bestellen weiterhin und freuen uns dann umso mehr wieder in der tollen und unbeschwerten Atmosphäre zu Euch kommen zu können, wenn die Zeit dafür reif ist.“

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