Warum es in Mainz derzeit so viele Fruchtfliegen gibt

Vor allem in den Küchen der Stadt fühlen sich Fruchtfliegen im Moment besonders wohl. Warum das so ist und was gegen die Plagegeister hilft.

Warum es in Mainz derzeit so viele Fruchtfliegen gibt

In Kaffeetassen und rund um Obstkörbe finden die Mainzer im Moment viele kleine Fruchtfliegen. Die Plagegeister sind zwar für den Menschen ungefährlich, doch tauchen sie in der letzten Zeit vermehrt in Wohnungen auf. So auch bei Merkurist-Leserin Patricia. Sie hat die Tierchen in letzter Zeit häufig bei sich zuhause beobachten können.

Üblich seien zwei Wege, über die die Fruchtfliegen in Städten in die Wohnungen gelangen, erklärt die Verbraucherzentrale. So kämen die Tiere häufig beim Lüften durchs Fenster, weil sie schon von Weitem von Küchengerüchen angezogen werden. Eine andere Möglichkeit, die nicht selten sei, erklären die Experten so: „Die Fliegen sind oft bereits als winzige Eier auf dem Obst vorhanden, wenn wir es aus dem Garten mitbringen oder kaufen.“ Die Eier und die Larven der Fruchtfliegen seien dabei so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sind sie dann einmal in der Küche angekommen, gehe die Vermehrung schnell.

400 auf einen Schlag

Biologen sagen, dass ein Weibchen bis zu 400 Eier auf einmal legen kann. Bis zur fertigen Fliege dauert es anschließend nur wenige Tage. Während im Sommer die Fliegen vor allem in Gärten und rund um Obstbäume brüten, zieht es sie jetzt im Herbst verstärkt in die Wohnungen. Denn dort herrschen jetzt im Gegensatz zu draußen noch angenehme Brüttemperaturen.

Der NABU kann beruhigen: „Meistens wird bei Lästlings- oder Schädlingsbefall mit nicht angebrachter Panik und Übereifer reagiert“, so ein Sprecher. Wer bei den aktuellen Temperaturen mit Fliegen zu kämpfen hat, könne sich einiger einfacher Mittel bedienen. Zur Vorbeugung sollten Obst und Gemüse möglichst nicht offen gelagert werden. Besser sei — falls es das Produkt zulässt — Frischwaren im Kühlschrank zu lagern. Auch sollte die Biomülltonne im Haus immer gut verschlossen und regelmäßig geleert werden.

Fallen aus Hausmitteln

Bei stärkerem Befall könne zudem eine Fruchtfliegenfalle Abhilfe schaffen. Wer dabei auf chemische Mittel aus der Drogerie oder dem Supermarkt verzichten will, kann sich eine Falle auch aus einfachen Hausmitteln selbst bauen. Die Verbraucherzentrale gibt dafür eine Anleitung: „Wirksam als Fruchtfliegenfalle ist ein Gemisch aus Apfelsaft oder Essig mit einem Spritzer Spülmittel.“ Auf einem Tellerchen ziehen die Gerüche von Saft und Essig die Tierchen an, das Spülmittel zerstört die Oberflächenspannung der Flüssigkeiten und lässt die angelockten Fliegen ertrinken.

Um eine richtige Plage handelt es sich bei den Fruchtfliegen also nicht, doch in Mainz sind die Nähe zum Rhein und die derzeit milden Herbsttemperaturen derzeit noch gute Lebensbedingungen für die Fliegen. Doch wenn die Temperaturen in einigen Wochen weiter sinken, werden zumindest die Fliegen, die von draußen kommen, weniger. Denn in der Natur schlüpfen die Tiere erst wieder, wenn der Frost überstanden ist. (ts)

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