Wie geht es mit dem Areal um die Caponniere weiter?

Mehr Aufenthaltsqualität, weniger Parkplätze: In der Mainzer Neustadt soll das Areal um die Caponniere umgebaut werden. Doch es gibt auch Kritik.

Wie geht es mit dem Areal um die Caponniere weiter?

Ein „attraktiver Erholungs- und Aufenthaltsort“, der den „historischen Bezug des Ortes in Szene setzt“ – das sind die Pläne der Stadt Mainz für das Areal rund um die Caponniere. Der Wehrbau von 1887 zwischen Zollhafen und Adenauer-Ufer wird heute gastronomisch genutzt und ist von Parkplätzen umgeben. Diese sollen aber mit dem Umbau wegfallen – was für Kritik von Anwohnern sorgt.

Der Umbau ist Teil des Projekts „Soziale Stadt“ und soll sich in zwei Teile gliedern: Zum einen soll das direkte Umfeld des Wehrbaus hervorgehoben werden. Dazu gehört auch das teils historische Kopfsteinpflaster am Übergang zwischen Feldbergplatz und Rheinufer-Treppe. Der zweite Teil ist rheinaufwärts der Übergang zum Neustadt-Rheinufer, der zum neuen Aufenthaltsort werden soll.

Zudem sollen zwei weitere Bäume gepflanzt werden, die in der Skizze noch nicht abgebildet sind. „Ihre Standorte sind zwischen Freitreppe und historischem Bauwerk geplant“, so Leonie von Bremen, Sprecherin der Stadt Mainz. Die Umsetzung werde derzeit denkmaltechnisch geprüft. Auch später könnten noch weitere Details verändert werden, „solange der Grundcharakter der Planung erhalten“ bleibe.

Am 28. Januar dieses Jahres fand dazu eine Bürgerbeteiligung statt – mit etwa 120 Teilnehmern in der Gymnastikhalle der Feldbergschule. Dass das Areal aufgewertet wird, erhielt viel Zustimmung, der geplante Wegfall der Parkplätze wurde aber von einigen Anwohnern kritisiert. Der Grund: In der Neustadt sind Parkplätze ohnehin ein rares Gut.

CDU kritisiert Wegfall der Parkplätze

In einer Stadtrats-Anfrage kritisiert auch die Mainzer CDU, dass Parkplätze wegfallen sollen. In Bezug auf die Bürgerbeteiligung vom Januar heißt es: „Diese Entfernung der Stellflächen wurde von den erkennbar meisten Anwohnerinnen und Anwohnern im Saal abgelehnt, solange die Verwaltung nicht bereit sei, für eine Kompensation der wegfallenden Stellflächen in der Nähe zu sorgen.“

Die Antwort von Sozialdezernent Eckart Lensch: Soziale-Stadt-Projekte würden gefördert, wenn sie den öffentlichen Raum aufwerten und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Parkraum zu schaffen sei dagegen kein Förderkriterium. „Projekte, die den öffentlichen Raum aufwerten, dienen dem Allgemeinwohl. Hier müssen unterschiedliche Belange und Bedürfnisse bedient werden.“ Durch den Umbau entfielen 20 Parkplätze.

Doch wann geht der Umbau los? Zunächst muss die Planung noch vom Stadtrat beschlossen werden. „Eine Bewilligung aus 2014 liegt bereits vor, der neue Beschluss ist auf Grund der Flächenerweiterung und der damit verbundenen Mehrkosten einzuholen“, so Stadtsprecherin von Bremen. Anschließend müssen bis zum 30. Juni die Fördermittel beantragt werden. „Sobald eine Bewilligung vorliegt, kann ausgeschrieben und gebaut werden. Es wird momentan von einem Baustart im Herbst dieses Jahres ausgegangen.“

Hintergrund

Das Projekt „Achse zum Rhein, 3. BA“ wird gefördert durch das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm Soziale Stadt/Sozialer Zusammenhalt. Die Landeshauptstadt Mainz erhält eine 90-prozentige Förderung. Insgesamt sollen die Kosten etwa 460.000 Euro betragen. (mo)

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