Über 140 Bäume müssen gefällt werden

„Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen“ - Am Freitag fand Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) deutliche Worte. Denn mehr als 140 Ahorn-Bäume auf dem Zitadellen-Gelände müssen gefällt werden. Sie sind von einem Pilz befallen.

Über 140 Bäume müssen gefällt werden

Wer im Frühling und Sommer durch die Wallanlagen auf dem Gelände der Zitadelle in der Oberstadt geht, wird sich wundern. Denn ein erheblicher Teil der Bäume auf dem hochgelegenen Teil des Areals muss gefällt werden. Das erklärten Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) sowie Experten des Grün- und Umweltamtes der Stadt Mainz am Freitagmittag bei einem Vororttermin. Eder sprach von einem „traurigen Anlass“. Denn offenbar waren die „trockenen Hitzesommer 2018 und 2019“ mitverantwortlich für den Krankheitsbefall der Bäume. „Wir müssen nicht nur nach Australien schauen, der Klimawandel ist auch bei uns angekommen“, so Eder.

144 Ahorn-Bäume auf dem Gelände sind von der sogenannten Rußrindenkrankheit befallen. Diese wird durch einen parasitären Pilz verursacht, der ausschließlich Ahorn-Bäume angreift. Vereinfacht gesagt, sterben die Bäume ab, weil die Krankheit deren Wasserversorgung behindert. Wie der Abteilungsleiter Grünunterhaltung und Baumpflege, Alexander Schubert, sagte, müssten die Bäume gefällt werden. Andernfalls könnten die abgestorbenen Bäume abbrechen oder umstürzen. „Es ist eine Sache von dramatischem Ausmaß“, so Schubert. Die betroffenen Bäume sind mit orangefarbenen Markierungen gekennzeichnet.

Die Zeit drängt

Dezernentin Eder erklärte: „Wir müssen die betroffenen Bäume noch vor der Brutzeit im März fällen.“ Nach Möglichkeit sollen die Fäll-Arbeiten noch vollständig im Februar durchgeführt werden. Denn die Bäume auf der Zitadelle würden nicht nur eine wichtige Arbeit für die Frischluftzufuhr der Mainzer Altstadt liefern. Sonja Gärtner von der Unteren Naturschutzbehörde berichtet, würden die Bäume auch eine wichtige Funktion für ansässige Tiere übernehmen. „Die Zitadelle ist das für die Natur bedeutendste Gebiet in Mainz. Unter anderem sind die Ahorn-Bäume auf dem Gelände eine wichtige Lebensgrundlage für Bienen, Eichhörnchen, Fledermäuse und Vögel.“ Diese Tiere müssten sich neu orientieren, nachdem die Bäume gefällt worden sind.

Die Bäume auf dem Hang gegenüber dem Literaturbüro müssen fast alle gefällt werden, erklärte Eder. Hier würden sich die Auswirkungen mit am stärksten zeigen. Es sollen aber Bäume nachgepflanzt werden; nicht alle würden allerdings eins zu eins ersetzt werden. „Wir werden auch ein Augenmerk auf andere Pflanzen wie beispielsweise Sträucher legen“, so Eder. (df)

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