Innovation in Mainz: Schott will Glas mit Wasserstoff herstellen

Zusammenarbeit mit Mainzer Stadtwerken

Innovation in Mainz: Schott will Glas mit Wasserstoff herstellen

Schafft es der Mainzer Spezialglaskonzern Schott, sein Glas künftig mithilfe von Wasserstoff herzustellen statt mit Erdgas? Das will das Unternehmen jetzt testen. Gemeinsam mit den Mainzer Stadtwerken startet das Unternehmen ein Pilotprojekt, um erstmals Wasserstoff in der Glasproduktion einzusetzen. So soll der Schmelzprozess klimafreundlicher werden.

Denn wie SCHOTT und die Mainzer Stadtwerke am Montag erklärten, entstehen die meisten CO2-Emissionen beim Schmelzen. Um Spezialgläser für Impfstofffläschchen, Handyschutzglas oder Mikrochips herzustellen, brauche es Temperaturen von bis zu 1700 Grad. „Bisher werden die Schmelzwannen vor allem mit dem fossilen Energieträger Erdgas sowie teilweise auch mit Strom beheizt.“

„Der großtechnische Test ist absolute Pionierarbeit für die Glasindustrie.“ - Schott und Mainzer Stadtwerke

Um das zu ändern, startet jetzt das Forschungsprojekt an einer Wanne in Mainz. Über einen Monat hinweg werde in drei etwa zehntägigen Versuchsphasen der Wasserstoffanteil im Erdgas-Wasserstoff-Gemisch schrittweise hochgefahren. Die Mainzer Stadtwerke stellen eine mobile Beimischstation bereit, in der das Erdgas-Wasserstoff-Gemisch erzeugt wird. „Der großtechnische Test ist absolute Pionierarbeit für die Glasindustrie“, so Schott und die Mainzer Stadtwerke. „Ziel ist es, mit den Experimenten mehr über die Auswirkungen des Einsatzes von Wasserstoff auf Glasschmelzprozesse zu lernen, um so längerfristig CO2- Emissionen weitgehend zu vermeiden.“ Schott hatte bereits 2020 verkündet, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen.

Förderung vom Land

Kosten wird das Forschungsprojekt mehr als 714.000 Euro. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität fördert das Projekt mit rund 338.00 Euro aus Mitteln der Europäischen Union.

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