7 Dinge, die nur Gonsenheimer kennen

In einer Merkurist-Umfrage erreichte Gonsenheim den ersten Platz bei den beliebtesten Stadtteilen. Doch Gonsenheim hat Geheimnisse, die nicht jeder kennt: Wir stellen euch sieben Dinge vor, die nur Gonsenheimer wissen.

7 Dinge, die nur Gonsenheimer kennen

Mainzer Sand, Wildpark oder Gonsenheimer Wald – der Mainzer Stadtteil Gonsenheim ist vor allem für seine Erholungsgebiete bekannt. Auch die Breite Straße, die „Gonsenheimer Champs-Élysées“ ist vielen Mainzern ein Begriff. Doch Gonsenheim hat auch seine versteckten Eigenheiten. Hier sind sieben Dinge, die man nur kennt, wenn man aus Gonsenheim kommt:

Der dichtende Kioskverkäufer

Der Kiosk auf der Verkehrsinsel Ecke Breite Straße/Kapellenstraße war Kult – und das lag nicht zuletzt an Karl Heinz Bendinger. Der machte sich in 32 Jahren nicht nur als Kiosk-Verkäufer einen Namen in Gonsenheim, sondern auch als Poet. Wöchentlich schrieb er ein Gedicht, das er seinen Kunden in die Zeitungen und Zeitschriften legte, die er im Kiosk verkaufte.

2007 ging er in den Ruhestand, fünf Jahre später starb er im Alter von 72 Jahren. Ortsvorsteherin Sabine Flegel sagte damals: „Es ist ein Gonsenheimer Original, eine Institution für immer verloren.“ Im vergangenen Jahr schloss der Kult-Kiosk. Doch wie Merkurist kürzlich berichtete, geht es weiter: Aus dem Kiosk wird ein nachhaltiges und plastikfreies Restaurant.

Baum auf dem Spielfeld

Wer auf dem Bolzplatz an der Breiten Straße auf das Tor Richtung Straße spielt, hat einen Gegenspieler mehr: einen Ahorn-Baum. Denn der steht mitten auf dem Feld und verhindert seit Jahrzehnten Ballstafetten und Tiki-Taka-Fußball.

Doch was war zuerst da: Bolzplatz oder Baum? Die Antwort auf diese drängende Frage gibt es hier.

Pizza-Hysterie

In unserem Pizza-Ranking lag sie mit großem Abstand vorne: die Pizzeria „Da Salvo“. Kein anderer Pizza-Laden in Mainz genießt einen solchen Kultstatus – und das wissen natürlich nicht nur Gonsenheimer. Etwas anderes dürfte aber weniger bekannt sein: Der Pizza-Andrang ist manchmal so groß, dass er sogar für ein kleines Verkehrschaos sorgt. Dann geht es auch mal, wie ein Anwohner sagte, „drunter und drüber“, Feuerwehrzufahrten würden zugeparkt oder Bewohnern, die sich über die Falschparker beschweren, Prügel angedroht. Die Pizza ist eben verdammt gut.

Jürgen Klopps Traumhochzeit

Es war an einem Montagmorgen gegen 7 Uhr im Dezember 2005, als plötzlich das Telefon von Fastnachtsstar Thomas Neger klingelte. Christian Heidel war am Apparat. „Er fragte mich, ob ich um 11 Uhr mit meiner Band vor dem Gonsenheimer Standesamt sein könne“,erzählte Neger gegenüber Merkurist. Drinnen gab Klopp seiner Ulla das Ja-Wort, draußen überraschten ihn Neger und die Sängerinnen Julia und Sandra Mathes mit „Im Schatten des Doms“. „Da kullerten bei Jürgen schon ein paar Tränen“, erinnert sich der Sänger. In Gonsenheim hat Jürgen Klopp viele Jahre lang gelebt und hat dort vermutlich auch heute noch ein Haus. Jürgen Klopp liebt Mainz - und vor allem Gonsenheim.

Promi-Restaurant

Apropos Klopp: Wie viele Gonsenheim-Promis zog es den Ex-Spieler und -Trainer von Mainz 05 immer wieder in das Restaurant „Il Quadrifoglio“ in der Heidesheimer Straße. Doch Klopp war nicht einmal der prominenteste Stammgast: Auch Alt-Kanzler Helmut Kohl kam immer wieder ins „Quadrifoglio“ von Inhaber Emilio Pallucci. Zehnmal habe Kohl als Kanzler Ende der 80er, Anfang der 90er das Restaurant besucht, wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtete: „Er war ein ruhiger Gast. Immer nett, bescheiden, freundlich – und überhaupt nicht eingebildet“, sagte Pallucci. Zum letzten Mal sei Kohl 2014 in Begleitung seiner Ehefrau Maike Kohl-Richter gekommen.

Amore bei Mario

Und noch ein Kult-Ort. Am Eispavillon Mario trifft sich halb Gonsenheim – und hier traf Ortsvorsteherin Sabin Flegel (CDU) zum ersten Mal vor mehr als 30 Jahren ihren Mann. „Ich war damals mit einer Freundin auf der Vespa unterwegs. Aus irgendeinem Grund sagte sie damals: 'Lass uns zum Juxplatz fahren.' Ich habe damals noch in der Neustadt gewohnt, da fuhr man nicht jeden Tag nach Gonsenheim.“ Die Fahrt lohnte sich: Ihr zukünftiger Mann, ein Ur-Gonsenheimer, war mit Freunden da, man kam ins Gespräch bei einer Kugel Eis, tauschte Nummern aus. Seit mehr als 20 Jahren sind Sabine Flegel und ihr Mann, der als Kanzleidirektor im Bischöflichen Ordinat arbeitet, jetzt verheiratet.

Die „Schoggos“

Gonsenheimer und Finther – das ist etwa so wie Tom und Jerry, Bushido und Abou-Chaker oder Mainzer und Wiesbadener. Seit Jahrzehnten verbindet die Mainzer Stadtteile eine herzliche Abneigung. Für die Gonsenheimer ist Finthen ein „Bergdorf“, die Finther nennen Gonsenheimer „Schoggos“.

Die Gonsenheimer hätten der Legende nach in der Vergangenheit die Finther Mädchen mit Schokolade bestochen, damit diese mit ihnen tanzen würden. Dazu seien die jungen Männer schick gekleidet mit Melone und Stock nach Finthen gefahren, wie Ortsvorsteher Herbert Schäfer gegenüber Merkurist erklärte. Gerade jetzt zur Fastnachtszeit wird die Rivalität wieder in Büttenrede zelebriert. Aber richtig böse ist es selten gemeint. Schäfer sagt: „Was sich neckt, das liebt sich!“

(pk)

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