7 Dinge, die nur Bretzenheimer wissen

Die Opel Arena, das Universitätsgelände, die Alte Ziegelei mit dem Ziegeleifest und der historische Ortskern mit dem Brezelfest - dafür ist Bretzenheim vorwiegend bekannt. Doch der Mainzer Stadtteil hat Geheimnisse. Sieben stellen wir Euch hier vor.

7 Dinge, die nur Bretzenheimer wissen

Viel Natur, Fachwerkhäuser und das auch noch in Stadtnähe - der Charme von Bretzenheim ist vielen bekannt. Neben der ländlichen Idylle, ist der viertgrößte Stadtteil von Mainz aber auch von Orten und Geschichten geprägt, die nicht jeder kennt. Hier erfahrt Ihr sieben Dinge, die nur Bretzenheimer wissen.

Rätsel um den Ortsnamen

Woher kommt der Name „Bretzenheim“? Tatsächlich ist die Herkunft des Ortsnamens bis heute nicht ganz klar. Vor über 1250 Jahren wurde Bretzenheim in einer Urkunde zum ersten Mal namentlich erwähnt. Damit gehört es zu den ältesten Dörfern in Rheinhessen. Doch in der Urkunde heißt der heutige Mainzer Stadtteil auch noch „villa Brittanorum“ - das lässt Forscher rätseln. In späteren Quellen findet man die Namen „Brezzenheim“ und „Brizzenheim“. Forscher vermuten, dass diese Bezeichnungen auf einen Adligen namens Bretzo zurückgeführt werden können, der in Bretzenheim wohnte. Der Stadtteil wäre demnach also einfach das „Heim von Bretzo“.

Der „Flaggen-Skandal“

Ein Turnfest in der Sporthalle der TSG Bretzenheim sorgte vor 50 Jahren in ganz Deutschland für Aufregung. Am 28. März 1969 hatte die TSG Bretzenheim in der Röntgenstraße die Olympiamannschaft im Frauenturnen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu einem Schauturnen eingeladen. Während der Vereinsvorsitzende und der Ortsvorsteher politische Aussagen bei ihren Reden vermieden, wurden die eingeladenen ostdeutschen Funktionäre aus Cottbus umso politischer: Sie verstanden die Einladung nach Bretzenheim als einen „Akt der Anerkennung der DDR“ und bestanden darauf die DDR-Flagge zu hissen. Damals ein Skandal, denn zu diesem Zeitpunkt erkannte die Bundesregierung die DDR noch nicht als Staat an. DDR-Symbole bei Sportveranstaltungen der BRD waren verboten. Die Polizei schritt ein, entfernte die Flagge und die ostdeutschen Turnerinnen verließen sofort die Veranstaltung. Mehr zu diesem Eklat lest Ihr hier.

Abbey Road Graffiti

Seit 2016 laufen die Beatles auch in Bretzenheim über die Abbey Road, dank eines großformatigen Graffitis an der Straße „Am Wildgraben“. Hinter dieser besprayten Mauer befindet sich die Kanzlei eines Mainzer Anwalts. 2009 eröffnete er hier sein Büro und wollte die „hässliche Wand“ unbedingt neu gestalten, sagte der Inhaber 2016 gegenüber Merkurist. Also engagierte er einen Graffiti-Künstler aus Mainz. Dieser hat zwei Jahre für das Sprayen des berühmten „Abbey Road“-Albumcovers der Beatles gebraucht. Doch was man nicht gleich auf den ersten Blick erkennt: das Graffiti ist zugleich eine Hommage an das Albumcover „The Wall“ von Pink Floyd. Darauf weisen die kaputten Steinmauern in dem Graffiti links und rechts hin.

Paar zerlegt öffentliche Toilette

Im Bretzenheimer Bowlingcenter „Phönixbowling“ ging es heiß her: Ein Liebesspiel in einer der Toilettenkabinen war so hitzig, dass die Polizei einschreiten musste. In einer Nacht im Juli 2017 verschwanden in der Bretzenheimer Bowlinghalle ein Mann und eine Frau plötzlich in Richtung Toilette. Als Angestellte der Bowlingbahn nach einer halben Stunde nachsahen, hörten sie es rumpeln und krachen. Erst nach circa einer Stunde kam das Pärchen aus der Toilettenkabine: Sie voll bekleidet - er mit nacktem, blutigem und zerkratztem Oberkörper. Das Paar hinterließ Blutspritzer auf dem Boden und an den Wänden. Außerdem: ein zerlegtes Klo.

Preisgekrönter Naturschaugarten

Seit seiner Entstehung im Jahr 2001 ist der „Naturschaugarten Lindenmühle“ am Mühlweg ein Erfolgsprojekt. Ehrenamtliche der Stadt Mainz haben sich damals zu dem Arbeitskreis „Naturnahes Grün“ zusammengeschlossen, um sich für eine nachhaltige Umwelt einzusetzen. 2005 der erste Erfolg - der Arbeitskreis erhält für das Projekt einen Naturschutzpreis. Vier Jahre später (2009) veranstaltete das Land Rheinland-Pfalz einen Wettbewerb mit dem Motto: „Die besten Ideen für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Auch hier war das Projekt erfolgreich und gewann einen Umweltpreis. Zuletzt wurde der Naturschaugarten in Bretzenheim 2012 zum UN-Dekade-Projekt „Biologische Vielfalt“ ernannt. Und an Vielfalt hat er auch einiges zu bieten: heimische Wildpflanzen, Grünanlagen, Wildbienenhotels, einen Teich und einen Duftpfad. Besuchern steht er jederzeit offen.

Der unaufgeklärte Kriminalfall

Ein Krimi wie aus dem Fernsehen: Ein 29-Jähriger wollte im Juli 2018 in der Bretzenheimer Volksbank-Filiale Geld abheben. Doch gerade nachdem er seine PIN eingegeben hatte, stürmten zwei Personen in den Schalterraum der Bank und bedrohten ihn mit einer Pistole. Die Täter stießen den 29-Jährigen zu Boden und bedrohten ihn weiterhin mit der Waffe. Als der 29-Jährige sich wehrte und versuchte aufzustehen, wurde ihm brutal ins Gesicht geschlagen. Die Täter kamen mit 1000 Euro davon. Trotz der Bilder einer Überwachungskamera konnte die Polizei sie bislang nicht finden.

„Lost Place“: Das Geisterhaus

An der Zugstrecke Mainz-Alzey nicht weit von der Opel Arena entfernt, steht ein verlassenes Haus. Das Dach ist eingestürzt, der erste Stock ist nicht mehr begehbar - überall liegt Abfall und die Wände sind voller Graffitis. Hier scheint schon länger niemand mehr zu wohnen. Doch was ist da passiert? Es handelt sich um ein altes Bahnwärter-Häuschen, das vor 50 Jahren noch bewohnt war. Der Bahnwärter war damals dafür zuständig die Bahnschranken an der Zugstrecke per Hand zu bedienen. Er wohnte in diesem Haus. Als er nicht mehr gebraucht wurde, blieb das Haus leer. Die Bahn hat das Haus nicht zurückgebaut. Ein Unternehmer hatte zwar zuletzt die Absicht gehabt, die Ruine wieder herzurichten. Da es dort aber keinen Strom und fließendes Wasser geben soll, ist daraus nichts geworden. (df/pk)

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