Rätselhafte Lichterkette am Himmel über Mainz: Was ist das?

Sind es Starlink-Satelliten? Oder Flugzeuge im Landeflug nach Frankfurt? Am Nachthimmel über Mainz sind in letzter Zeit Lichter zu beobachten, die wie auf einer Kette aufgereiht sind.

Rätselhafte Lichterkette am Himmel über Mainz: Was ist das?

Wie „Lichter an einer Kette“ stünden sie am Nachthimmel über Mainz, das beobachtete Merkurist-Leserin Kerstin vor einiger Zeit bei Finthen in Richtung Innenstadt. „Was ist das?“, fragt sie in einem Snip. Auch andere Leser haben die Lichterreihe bereits gesehen, etwa von Weisenau oder der A3 aus. Auch auf der Webcam des Mainzer Doms sei sie manchmal zu sehen.

Auf den Kommentar eines Lesers hin, dass es sich um Flugzeuge auf dem Weg nach Frankfurt handeln könnte, sagt Kerstin noch, dass sich die Lichter gar nicht bewegen würden. Andere vermuten „Starlink“. Dabei handelt es sich um eine Kette von Satelliten, die zusammen in den Himmel geschossen werden, wo sie sich beim Fliegen zu einer Reihe auffächern. Betrieben werden die Starlink-Satelliten vom Unternehmen SpaceX von Elon Musk.

Bereits vor zwei Jahren waren diese Satelliten-Ketten im September über Mainz gesehen worden. Doch diese bewegen sich, im Gegensatz zu diesen Lichtern, mit großer Geschwindigkeit über den Himmel.

Beobachtung in Richtung Frankfurt

Johannes Krzeslack, 2. Vorsitzender der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz e.V. (AAG), sagt auf Merkurist-Anfrage hin, dass es sich „mit größter Wahrscheinlichkeit“ tatsächlich um Flugzeuge handelt, beziehungsweise deren eingeschalteten Landescheinwerfer. „Diese Erscheinung kann man sehr gut von unserer Sternwarte in Klein-Winternheim aus beobachten, wenn man Richtung Frankfurt schaut.“ In der Dämmerung oder nachts habe er das Phänomen von dort aus schon öfter beobachten können, wenn er in östlicher Richtung über das Rhein-Main-Gebiet schaute.

Dass sich die Lichter stillzustehen scheinen, liege an dem Blickwinkel von Mainz aus: „Die Flugzeuge bewegen sich im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen, bezogen auf unseren Standort bei Mainz, linear auf den Beobachter zu.“ Zudem befinden sie sich in großer Entfernung: der Flughafen Frankfurt ist 30 Kilometer Luftlinie von Mainz aus entfernt.

„Weiter entfernte Objekte scheinen sich für das menschliche Auge langsamer zu bewegen als nahe gelegene. Dadurch entsteht die Illusion eines Stillstands“, so Krzeslack.